Faurecia Headquarters

Der französische Automobilzulieferer Faurecia wird 200 Arbeitsplätze an seinem deutschen Standort Stadthagen streichen.

Hintergrund sei auch der schwache Automarkt in Westeuropa, bestätigte das Unternehmen am Dienstag. Die Stellenstreichung war den überraschten Mitarbeitern am Vorabend verkündet worden.

Faurecia will vor allem die Produktion ausdünnen, dort sollen 170 Stellen gestrichen werden. Der Rest entfällt auf Entwicklung oder Verwaltung. Nach dem Stellenabbau bleiben noch rund 900 Arbeitsplätze in Stadthagen – davon aber nur 70 in der Sitzstruktur-Produktion. Dort sollen noch zwei verbleibende Aufträge abgearbeitet werden, bis sie 2015 und 2018 auslaufen. Das Unternehmen stellte betroffenen Mitarbeitern Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz in Aussicht, unter anderem auch an anderen Faurecia-Standorten.

Mitarbeiter vom Stellenabbau überrascht

Die IG Metall reagierte am Dienstag empört. “Diese Kahlschlagpolitik der Geschäftsführung auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Angehörigen wird die IG Metall nicht ohne Gegenwehr hinnehmen”, kündigte Hartmut Meine, Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, an. Er appellierte an die Landesregierung, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen.

Der Löwenanteil der Produktion soll von Stadthagen nach Polen verlagert und zu einem kleineren Teil auch an Subunternehmer vergeben werden. Mit Blick auf die Autositz-Sparte betonte Faurecia: “Viele Produkte zeigen stark rückläufige Volumen oder sind kurz vor Ende der Produktion und können daher in Stadthagen nicht mehr wirtschaftlich gefertigt werden.” Der Standort Stadthagen ist die Nordeuropa-Zentrale des Unternehmens für die Autositz-Herstellung.

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dpa/Guido Kruschke