Sergio Marchionne FCA

Klare Worte von Marchionne: Ein Zusammenschluss mit GM hat “hohe Prirität” – Bild: FCA

Ins einem öffentlichen Werben um eine Mega-Fusion mit General Motors hat sich Marchionne schon im Frühjahr eine glatte Abfuhr von Mary Barra geholt. Dadurch hat sich der FCA-Boss aber nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil. Hartnäckiger denn je wirbt er nicht nur für eine Allianz, sondern zieht im Hintergrund alle Strippen, um doch noch zum Erfolg zu kommen. Sehr deutlich äußerte er sich am Rande des Formel-1-Rennens am Sonntag in Monza. Ein Zusammenschluss zwischen FCA und GM sei die “beste strategische Möglichkeit für sie (GM) und uns (FCA)”. Das Thema habe bei FCA “hohe Prirität”.

Marchionne sieht in einem Merger enorme Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Der FCA-Boss hält angesichts weltweiter Überkapazitäten und enormer Forschungs- und Entwicklungsaufwände im Zusammenhang mit der Mobilität der Zukunft eine Konsolidierung für überfällig. Seine bevorzugte Lösung in diesem Szenario ist ein Zusammenschluss mit General Motors, daran ließ er auch am Sonntag keine Zweifel. Wie dieser aussehen soll, ist noch offen. Denkbar ist eine Konstellation wie die Allianz Renault-Nissan.

Ob er bei fortdauernde GM-Verweigerung eine feindliche Übernahme für eine Option hält, dazu sagte Marchionne nichts. Er räumte aber ein, dass es bereits Gespräche mit Investoren gebe, die an beiden Unternehmen Anteile halten. In einer Allianz mit GM wäre FCA der deutlich kleinere Partner. Bloomberg beziffert die aktuelle Marktkapitalisierung des italienisch-amerikanischen Autobauers auf 18 Milliarden US-Dollar, die von GM sei ungefähr doppelt so hoch.

US-Experten gehen davon aus, dass Marchionne nach dem Börsengang von Ferrari im Oktober das Merger-Thema weiter forcieren wird.

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Frank Volk