Trotz eines Milliardengewinns verdient Fiat nicht einen Euro im Inland: Sergio Marchionne

Trotz eines Milliardengewinns verdient Fiat nicht einen Euro im Inland: Sergio Marchionne verzweifelt an den Strukturen am Heimatstandort Italien. - Bild: Fiat

Zwei Milliarden Euro operativen Gewinn erwartet Fiat im Jahr 2010 – und nicht ein Euro davon komme aus Italien, ätzte Fiat-Chef Sergio Marchionne im italienischen Fernsehen. Wenn sich Fiat von der Heimat trennen würde, ginge es dem Konzern besser.

Es sind vor allem die politischen Rahmenbedingungen, die Marchionne an Italien verzweifeln lassen: Was die Arbeitseffektivität betreffe, liege Italien auf dem 118. Platz von 139 Staaten. Und bei der internationalen Konkurrenzfähigkeit nur auf Platz 48.

“Krankenstand hängt vom Fußballspiel ab”

Das ist vor allem eine Ohrfeige für die Regierung von Silvio Berlusconi: “Das italienische System verliert seit Jahren an Wettbewerbsfähigkeit”, beschwert sich der Marchionne, “wir können bei der Innovation seit zehn Jahren nicht mehr mit anderen Ländern Schritt halten.”

Auch mit den italienischen Gewerkschaften liegt Marchionne im Dauerclinch. Er will nur noch in italienische Standorte investieren, wenn sich die Gewerkschaften flexibler zeigen, zum Beispiel beim Thema Krankenstand.

Es sei doch anormal, wenn sich an einem bestimmten Tag 50 Prozent der Belegschaft krank meldeten. Auf die Frage, was denn das für ein Tag sei, sagte Marchionne: “Das hängt vom Fußballspiel ab.”