Will den Konzern Anfang 2011 teilen und erwartet für das zweite Halbjahr eine noch bessere

Will den Konzern Anfang 2011 teilen und erwartet für das zweite Halbjahr eine noch bessere Konjunktur: Sergio Marchionne, CEO Fiat Group, Chairman und CEO der Fiat Group Automobiles SpA. - Bild: Fiat

Im Gegensatz zu den Verlusten des Vorjahres kann nun für 2010 ein positives Nettoergebnis vorgezeigt werden, 113 Millionen Euro für das zweite Quartal (gegenüber einem Verlust von 179 Millionen Euro im Vorjahr), 92 Millionen Euro für das gesamte erste Halbjahr (statt 590 Millionen Euro im Jahr 2009).

Das Ergebnis für das zweite Quartal lag deutlich über den Prognosen der Finanzanalysten von 90 Millionen Euro, was am Mittwoch zu Kurssprüngen von vorübergehend mehr als 6 Prozent führte. Mit den Halbjahreszahlen wurde den Anlegern auch in Aussicht gestellt, dass Fiat die selbstgesetzten Ziele für das gesamte Jahr 2010 noch ehrgeiziger formulieren könnte.

Bisher hieß es lediglich, das Nettoergebnis werde nahe eines ausgeglichenen Ergebnisses liegen, die Verschuldung der Industrieaktivitäten unter fünf Milliarden Euro sinken. Nun erwartet Fiat dagegen für das zweite Halbjahr eine noch bessere Konjunktur und hat zugleich in einem Quartal die Nettoverschuldung um 1 Milliarde Euro auf 3,7 Milliarden gesenkt.

Für das Umsatzplus von 12,5 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro und bessere Erträge sorgte vor allem die Traktorensparte CNH, die wegen guter Konjunktur in Nord- und Südamerika im zweiten Quartal eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von 16 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro vorweisen konnte sowie einen fast verdoppelten Ertrag der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 263 Millionen Euro. Die Lastwagensparte Iveco verzeichnete nach einem Absturz im Jahr 2009 zweistellige Wachstumsraten der Absatzzahlen in westeuropäischen Märkten und ein Plus von 50 Prozent in Südamerika. Der Umsatz des zweiten Quartals betrug daher fast 2,1 Milliarden Euro und lag über 18 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Der Ertrag der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nahm daher von 18 auf 50 Millionen Euro zu. Noch günstiger entwickelte sich die Sparte der Motoren, Zulieferteile (Magneti Marelli) und der Anlagenbau (Comau).

Die Autosparte konnte dagegen ihren Umsatz im zweiten Quartal nur um knapp sieben Prozent auf 7,9 Milliarden Euro steigern. Der Ertrag der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wuchs gegenüber dem Vorjahr von 227 auf 270 Millionen Euro. Dabei wirkte sich das Auslaufen von Verschrottungsprogrammen aus dem Jahr 2009 aus, die Fiat mit seinem großen Angebot an Kleinst- und Kleinwagen eine Sonderkonjunktur beschert hatten.

Nun ist im zweiten Quartal der Autoabsatz in Deutschland im Jahresvergleich um 54 Prozent gesunken, in Italien um 24 Prozent. In Europa verlor Fiat im ersten Halbjahr insgesamt mehr als 20 Prozent bei Neuzulassungen. Für das zweite Halbjahr hofft Fiat jedoch auf eine Erholung seines Absatzes.

Bestätigt wurde vom Verwaltungsrat auch die geplante Abspaltung der Sparten Traktoren und Lastwagen, die Mitte September von einer außerordentlichen Hauptversammlung bestätigt werden soll.