Sergio Marchionne

Fiat-Chef Sergio Marchionne will bis zu zehn Milliarden Dollar auftreiben, um den US-Autobauer Chrysler vollständig zu übernehmen. - Bild: Chrysler

Wie das “Handelsblatt” (Donnerstag) berichtete, will das Unternehmen damit die noch nicht in seinem Besitz befindlichen Anteile am amerikanischen Autobauer Chrysler kaufen und die Schulden der beiden Unternehmen zu refinanzieren. Das erfuhr die Finanzagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Den Angaben zufolge gehören zu der Gruppe Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und BNP Paribas. Sie sollen Fiat das Geld leihen, um den 41,5-Prozent-Anteil an Chrysler zu übernehmen. Diese liegen in den Händen des US-Gewerkschaftsfonds Veba, der die Krankenkassen-Kosten der Chrysler-Pensionäre trägt.

Marchionne will den Kauf bis Ende des Sommers abschließen

Sergio Marchionne, Vorstandschef von Fiat und Chrysler in Personalunion, will den Kreisen zufolge den Kauf bis zum Ende des Sommers abschließen. Zuvor müsse jedoch noch eine Einigung zum Wert des Anteils erzielt werden. Fiat habe von einigen Banken bereits eine mündliche Zusage erhalten, eine endgültige Vereinbarung gebe es aber nicht.

Italienische Zeitungen berichteten am Dienstag, die Verhandlungen befänden sich inzwischen in der entscheidenden Phase. “Corriere della Sera” zufolge wird Fiat dem Gewerkschaftsfonds Veba wohl nicht weniger als drei Milliarden Dollar für den noch ausstehenden Anteil zahlen.

Rechtsstreit könnte Fusion verzögern

Doch laut Fiat-Chairman John Elkann will man noch das Urteil des Delaware-Gerichts im Rechtsstreit mit Veba über den Wert der Chrysler-Beteiligung abwarten. Als die Italiener im vergangenen Jahr einen ersten Anteil von Veba kaufen wollten, gerieten die beiden Parteien ob des Kaufpreises in Streit und zogen vor Gericht. Daraufhin erklärte Veba, sie wolle sich alternativ um einen Verkauf der Anteile über die Börse bemühen.

Übernahmegerüchte treiben Fiat-Papiere

Spekulationen über eine bevorstehende Vollübernahme von Chrysler haben die Fiat-Aktien in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder angetrieben. Am Donnerstag legten sie mehr als drei Prozent zu, am Dienstag hatte das Plus fünf Prozent betragen.

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Handelsblatt/Bloomberg/Guido Kruschke