Außerhalb Italiens bald nur noch auf Retro-Messen zu finden: Lancia Ypsilon.  Bild: Fiat

Außerhalb Italiens bald nur noch auf Retro-Messen zu finden: Lancia Ypsilon. Bild: Fiat

Der Niedergang in Raten bei der Traditionsmarke, die bis in die 70er Jahre für aufregendes Design, aufregende Menschen hinterm Steuer und Sport, Eleganz und Sportlichkeit stand, ist seit Jahren im Gange und nur die Älteren erinnern sich überhaupt noch, dass die Marke tatsächlich mal wichtig war. Dass die Lancia nur noch taktische Dispositionsmasse für den gegenwärtigen Konzernchef Sergio Marchionne war, wurde spätestens offensichtlich, als Fiat Mitte 2011 in Europa die Chrysler-Kante 300 C als Lancia auf die Straße schickte. Damals spielte die Traditionsmarke aber zumindest in Marchionnes Zahlenspielen eine Rolle: So kündigte er noch 2010 an, die Verkaufszahl von Lancia auf 300.000 Einheiten jährlich steigern zu wollen. An der Umsetzbarkeit der Pläne gab es damals schon erhebliche Zweifel, inzwischen sind sie längst Makulatur. Die im Rahmen des neuen Fünf-Jahres-Planes vorgestellten Zahlen gehen nun mit Perspektive 2018 von 80.000 verkauften Einheiten in Europa aus – der Marken Chrysler, Dodge und Lancia insgesamt.

Der Lancia-Beitrag zur Verkaufsstatistik kommet dann offiziell ausschließlich aus Italien: ab 2016 wird die Marke nur noch im Lancia-Mutterland verkauft. Und auch die Wahlmöglichkeit der Italiener bleibt eng beschränkt: Vermutlich wird es mit dem Ypsilon dann nur ein Modell geben. Während der Kleinwagen im nächsten Jahr ein Facelift bekommen soll, läuft die Produktion des Lancia Delta Ende 2014 aus. In US-Medien gibt es zudem Spekulationen, dass ab 2015 auch keine Chrysler-Modelle mehr unter Lancia-Logo mehr angeboten werden sollen.

Die Vorbereitungen auf den Rückzug von Lancia sind bereits in vollem Gange. Wie Fiat Deutschland bestätigte, wurde den verbliebenden Lancia-Händlern auf Ende 2016 gekündigt. Erhalten bleiben die Service-Stationen.

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Frank Volk