Sergio Marchionne Fiat breit

Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne kündigt an, dass die Vorbereitungen für den Börsengang weiterlaufen werden. - Bild: Fiat

Das teilte das italienische Unternehmen am Montag in Turin mit. Die Vorbereitungen für den Börsengang sollten fortgesetzt werden, der Schritt könnte daher im ersten Quartal 2014 erfolgen. Fiat betonte jedoch, es könne derzeit nicht gesagt werden, ob und wann der Börsengang stattfinden werde. Dies hänge von den Marktbedingungen und anderen Überlegungen ab.

Chrysler hatte Ende September angekündigt, an die Börse gehen zu wollen. Damit will das Unternehmen auch Bewegung in die Verhandlungen zwischen Fiat als Mehrheitseigner und dem zweiten großen Anteilseigner, dem Gesundheitsfonds der US-Autogewerkschaft UAW, bringen. Fiat würde Chrysler gerne komplett übernehmen, jedoch werden sich beide Seiten über den Preis nicht einig. Der Fonds könnte seine Anteile bei einem Börsengang am Markt verkaufen.

Fiat will die volle Kontrolle über seine US-Tochter

“Ganz unerwartet kommt die Entwicklung nicht”, sagt ein Aktienhändler. Dementsprechend halten sich die Abgaben der Fiat-Aktie in Grenzen. Fiat habe sich mit dem Börsengang von Chrysler immer schwer getan. Zwischen den beiden Unternehmen knirscht es derzeit. Die Italiener besitzen die Mehrheit am US-Konzern, die gewerkschaftseigene Treuhandgesellschaft VEBA hält die restlichen Anteile in Höhe von 41,5 Prozent.

Die Arbeitnehmer wollen ihre Anteile mit einem IPO versilbern, die Turiner Muttergesellschaft hätte allerdings gerne die volle Kontrolle über die US-Tochter. Beide Seiten befinden sich derzeit in Gesprächen, konnten sich aber nicht auf einen Preis einigen.

“Fiat unterstützt Chrysler dabei, die Verpflichtungen mit VEBA zu erfüllen”, hieß es in der Mitteilung von Fiat. Es werde erwartet, dass Chrysler die notwendigen Schritte für einen Börsengang im ersten Quartal 2014 einleitet. Es gebe jedoch keine Gewissheit, ob und wann es ein IPO geben werde da dieser von Marktbedingungen und anderen relevanten Aspekten abhänge.

Chrysler und die begleitenden Banken liebäugeln mit einer Preisspanne, mit der zwischen 1,5 und zwei Milliarden US-Dollar eingesammelt werden dürften, hatten mit den Vorgängen vertraute Personen berichtet. Mit dem Verkauf der Anteile könnte VEBA einen Teil seiner Beteiligung zu Geld machen.

Die kolpotierte Preisspanne impliziere einen Gesamtunternehmenswert von neun bis zwölf Milliarden Dollar, basierend auf dem Anteil von 16,6 Prozent, den Chrysler nach Forderung von VEBA an die Börse bringen soll, sagten die informierten Personen weiter. Analysten hatten die Bewertung von Chrysler auf zehn bis elf Milliarden Dollar geschätzt.

Chrysler als wichtige Stütze für Fiat

Der italienische Autobauer kann auf seine profitable US-Tochter kaum mehr verzichten. Der Autobauer aus Auburn Hills hat sich dank guter Verkäufe im nordamerikanischen Markt wiederholt als Stütze für die Italiener erwiesen, die unter dem schlecht laufendenden europäischen Automarkt leiden.

Vor einigen Jahren war die Rollenverteilung noch eine andere: Chrysler, eine Beteiligung des Finanzinvestors Cerberus, war während der Wirtschaftskrise 2009 in die Insolvenz gerutscht. Fiat sprang dem Unternehmen mit technischem Know-How bei. Im Gegenzug bekamen die Italiener nach und nach immer mehr Anteile. Momentan sind es 58,5 Prozent.

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dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke