Sergio Marchionne

CSergio Marchionne: Wir werden den Disput mit UAW bis 2014 gelöst haben. - Bild: Chrysler

Das teilte der Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne am Sonntag auf einer Veranstaltung der italienischen Zeitung “La Repubblica” mit.

Strittig ist noch der Preis für jene Anteile an Chrysler, die sich noch im Besitz der US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) befinden. Der Disput zwischen UAW und Fiat wird inzwischen vor Gericht ausgetragen. “Wir werden ihn aber 2014 lösen”, sagte Marchionne.

Preis für UAW-Anteile noch strittig

Der Rentenfonds der UAW hält noch 41,5 Prozent an Chrysler, und Fiat – jetzt schon Mehrheitsaktionär bei Chrysler – will diese Anteile schrittweise übernehmen. Im Juli wollte Fiat schon eine Kaufoption auf einen Anteil von 3,3 Prozent geltend machen. Knapp 140 Millionen US-Dollar wollten die Italiener der UAW dafür zahlen. Diese aber forderte 343 Millionen Dollar für den Anteil.

Inzwischen hat Fiat der Gewerkschaft ein neues Angebot für einen weiteren Anteil von 3,3 Prozent vorgelegt. Für den will der Konzern 198 Millionen Dollar zahlen.

Mit der vollständigen Übernahme von Chrysler, die Fiat ursprünglich bis 2015 abgeschlossen haben wollte, will der Autokonzern im internationalen Wettbewerb besser mithalten können. Das italienische Unternehmen entwickelt zusammen mit Chrysler gerade zahlreiche neue Autos, greift auf ein gemeinsames Teilelager zu und teilt sich Werke, um seine Produktion zu optimieren. Fiat nutzt außerdem das Vertriebsnetz von Chrysler in den USA, um seine Wagen zu verkaufen und sich vom schuldengeplagten europäischen Markt unabhängiger zu machen. Dort hat der Konzern mit massentauglichen Marken wie Fiat im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von mehr als 700 Millionen Euro gemacht.

Fiat braucht dringend neuen Schub

Marchionne bemüht sich zudem darum, die Produktion im Heimatland Italien wiederzubeleben. Er lässt dort jetzt die Oberklassewagen Maserati und Alfa Romeo für den US-Markt fertigen, ein Markt, in dem die Nachfrage anzieht.

Außerdem will Fiat nach Auskunft von Marchionne ein neues Billigmodell herausbringen, das mit Renaults Marke Dacia in Europa konkurrieren soll. Ein solcher Wagen würde aber nicht in Italien hergestellt werden.

Am Mittwoch vergangener Woche eröffnete Marchionne in der Nahe von Turin ein Maserati-Werk, in dem zwei neue Modelle für den US-Markt produziert werden sollen. Die Nachfrage nach Oberklasse-Wagen sei in den USA noch nicht gesättigt. Entsprechend drängen auch deutsche Marken wie BMW und der zu Volkswagen gehörende Audi in den Markt. Marchionne aber glaubt an eine bessere Strategie: “Wenn wir klug sind, machen wir etwas ganz anderes als die Deutschen in Amerika”, sagte er.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke