Stephen Odell

Stephen Odell: "Werkschließungen sind schwierig, aber machbar, wenn man es auf die richtige Art und Weise angeht." - Bild: Ford

“Auch 2013 wird der Markt aller Voraussicht nach noch einmal schrumpfen”, sagte Ford-Europa-Chef Stephen Odell der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitag). Dabei dürfte die erste Hälfte des Jahres wohl schlechter verlaufen als die zweite. “Wenn es zu einer dramatischen Zuspitzung der Staatsschuldenkriese käme, könnte sich die Erholung noch weiter verzögern”, ergänzte er.

Odell hält angesichts der Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt einen harten Sanierungskurs mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze für unumgänglich. “Werkschließungen sind schwierig, aber machbar, wenn man es auf die richtige Art und Weise angeht”, sagte der Manager. Wegen Überkapazitäten und Milliardenverlusten in Europa hatte der Konzern zuletzt die Schließung von drei Fabriken in Belgien und Großbritannien angekündigt. Davon sind 6.200 Mitarbeiter betroffen.

Politische Hilfe ist nicht zu erwarten

Auf politische Hilfe zur Bewältigung der Krise setzt Ford nicht. “Es gibt zu viele Regierungen, die sagen: Werkschließungen sind nötig, aber bitte nicht bei uns”, sagte Odell. Es sei unwahrscheinlich, dass sich Autofirmen und Regierungen an einen Tisch setzten. “Dafür sind die Interessen der Akteure zu unterschiedlich”, erklärte er.

Auch Ford-Finanzvorstand Bob Shanks versprüht mit Blick auf die Absatzerwartungen in Europa wenig Zuversicht und rechnet für die nächsten Jahre mit einem Milliardenverlust. Die Situation sei “sehr schwierig?, sagte Shanks dem “Handelsblatt” (Mittwoch). Für 2013 erwartet der Finanzchef, daß Ford mit 13 Millionen Fahrzeugen eine Million weniger Autos als im Vorjahr verkaufen wird.

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dpa/Handelsblatt/Guido Kruschke