Ford Kaffeebohnen Scheinwerfer

Frisch aus dem Automaten: ein Scheinwerfer, in dem Bestandteile gerösteter Kaffeebohnen enthalten sind. Bild: Ford

| von Ralf Bretting

Die getrocknete Haut von Kaffeebohnen gilt als langlebiger Reststoff. Wird sie bei niedrigem Sauerstoffgehalt stark erwärmt und mit Kunststoff und anderen Additiven vermischt, lässt sie sich in Pellets umwandeln. Das Verbundmaterial ist gut formbar und soll künftig in der Fahrzeugproduktion bei Ford zum Einsatz kommen. Der US-Hersteller will damit Scheinwerfergehäuse und zahlreiche weitere Komponenten bauen. Folge: Im Formprozess soll der Energieverbrauch um rund 25 Prozent sinken, die Fahrzeugteile selbst können helfen, bis zu 20 Prozent Gewicht einzusparen. Auch die Wärmeeigenschaften des neuen Werkstoffs sind laut Ford deutlich besser als bei einigen derzeit verwendeten Materialien.

„Das Engagement von McDonald's für Innovationen hat uns beeindruckt und entsprach unseren eigenen Vorstellungen von nachhaltigem Handeln“, sagt Debbie Mielewski, die bei Ford das Forschungsteam für neue Materialien leitet. Die Partnerschaft sei ein gutes Beispiel für eine wirtschaftlich sinnvolle Kooperation, weil Materialien branchenübergreifend genutzt würden, die sonst Neben- oder Abfallprodukte wären.

In das Vorzeigeprojekt sind zwei weitere Unternehmen involviert: Scheinwerferlieferant Varroc Lighting Systems und Competitive Green Technologies, Verarbeiter der Kaffeereststoffe. Es wird erwartet, dass McDonald‘s einen erheblichen Teil der anfallenden Kaffeeschalen in Nordamerika an Ford weiterleiten wird, damit daraus Fahrzeugteile entstehen können. Ziel ist es, recycelte und erneuerbare Kunststoffe in immer mehr Modellen zu verwenden. Beide Unternehmen wollen prüfen, ob sich weitere Reststoffe als Ressource für die Fahrzeugproduktion eignen.

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