Ford Mondeo

Bald „Made in China“? Ford produziert seinen Mondeo (im Bild) derzeit noch Spanien. Bild: Ford

Mehreren Berichten zufolge, denkt Ford über die Verlagerung einiger seiner Produktionen nach. Laut der Nachrichtenagentur Reuters handelt sich den Berichten nach konkret um die Produktion des Mondeo  und des Fusion in Mexiko und Spanien. In aktuellen Schreiben, die Ford an seine Zulieferern schickte, sollen Hermosillo (Mexiko) und Valencia nicht mehr als Produktionsstandorte aufgezählt sein, schreibt Reuters und bezieht sich auf Quellen, die mit den Plänen des Unternehmens vertraut sind.

Ford erklärte unterdessen gegenüber der Nachrichtenagentur: "Wir haben keine Pläne, den Fusion/Mondeo der nächsten Generation von China nach Nordamerika und Europa zu exportieren." Die Modelle seien ein wichtiger Teil der Modellpalette. "Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt mehr Informationen über den nächsten Fusion/Mondeo haben." Der Fusion ist hingegen derzeitig das einzige Modell, das Ford im Hermosillo-Werk produziert. 

Ford will Werksarbeiter reduzieren

Unabhängig davon berichten die Detroit News, dass Ford freiwillige Rentenpakete für Gewerkschaftsmitglieder der United Auto Workers (UAW) in bestimmten US-Werken anbieten will. Demnach richten sich die Angebote gezielt Mitarbeiter, die vor dem 19. November 2007 eingestellt wurden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf einen Ford-Sprecher. Ford will die Mitarbeiter dort um insgesamt 150 Personen verringern. Der Ford-Sprecher wird mit den Worten zitiert, das Unternehmen wolle "einen kurzfristigen Überschuss reduzieren". 

Hinter dem Strategieschwenk des Autobauers steht Jim Hackett. Der neue Ford-Chef hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ineffizienzen und Komplexitäten zu beseitigen sowie Systemkosten zu reduzieren. Der Bericht über die Produktionsverlagerung des Fusion und Mondeo schließt an die Ankündigung des Unternehmens an, den Ford Focus der nächsten Generation für den nordamerikanischen Markt in China zu fertigen, obwohl die Produktion dieses Fahrzeugs voraussichtlich auch in Europa weitergehen wird. 

D-Segment ist rückläufig

In Europa ist die Nachfrage nach dem Mondeo laut dem Analyseinstitut IHS Markit in den letzten zehn Jahren signifikant zurückgegangen, so wie die Nachfrage in dem gesamten D-Segment rückgängig ist. Die Zulassungen für Fahrzeuge dieses Segments ist von 2,917 Millionen Einheiten im Jahr 2001 auf 1,259 Millionen Einheiten in diesem Jahr gefallen. Im gleichen Zeitraum ist die Nachfrage nach dem Mondeo von 287.800 Einheiten auf voraussichtlich 57.200 Einheiten (Quelle: IHS Markit) in diesem Jahr gesunken - ein Minus von über 18 Prozent allein in 2017 gegenüber dem Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund ist es für die Analysten von IHS Markit keine Überraschung, dass Ford die Mondeo-Produktion zum Ende der Dekade im Valencia-Werk einstellen will. Nicht zuletzt deswegen, da das Modell ausläuft und vor dem Übergang zur nächsten Generation steht. Die Marktexperten prognostizieren, dass sich die Produktionsverlagerung des Mondeo nicht weiter auf das Werk in Valencia auswirken wird, da Ford dort die nächste Generation des Kuga Kompakt-Crossovers fertigen will. Dafür investiert der Autobauer dort mehr als 750 Millionen Euro, um das Werk auf die künftige Produktion vorzubereiten. Dennoch geht IHS davon aus, dass der Mondeo auch weiterhin in Europa erhältlich sein wird.