Alan Mulally breit

Noch im Juni will Ford-Chef Alan Mulally den SUV EcoSport, der im südindischen Chennai produziert wird, in dem Land auf den Markt bringen. - Bild: Ford

Diese Fahrzeuge sollen dann auch verstärkt weltweit verkauft werden – auch in Europa.

“Wir werden immer mehr Autos aus Indien exportieren”, sagte Ford-Chef Alan Mulally. Das Land sei sehr wettbewerbsfähig und die Fahrzeuge in Indien würden auch bei potenziellen Autokäufern rund um die Welt Gefallen finden. Indien entwickele sich von einem wichtigen Markt hin zu einem bedeutenden Produktionsstandort, ergänzte Mulally.

Indien als bedeutender Produktionsstandort

Ford reiht sich damit in die Strategie vieler Wettbewerber ein, für die Indien ebenfalls wichtiger geworden ist. Immer mehr Autobauer setzen auf das Land nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch zunehmend als Produktionsbasis. Renault will in dem Land ein Kleinfahrzeug entwickeln und wegen der vergleichsweise günstigen Kosten auch gleich produzieren. Nissan will beispielsweise ab kommendem Jahr von seiner Marke Datsun Autos in Indien verkaufen.

Allan Mulally

Alan Mulally: "Indien entwickelt sich von einem wichtigen Markt hin zu einem bedeutenden Produktionsstandort." - Bild: Ford

US-Autobauer setzt auf beliebte SUV

Ford setzt bei seinem Engagement in dem Land besonders auf die immer beliebter werdenden Geländelimousinen, die sogenannten Sport Utility Vehicles, kurz SUV. Noch im Juni will Mulally den SUV EcoSport, der im südindischen Chennai produziert wird, in dem Land auf den Markt bringen. In dem Werk baut Ford auch den Kleinwagen Figo, der schon in 38 Länder exportiert wird. Ford verfügt in Chennai über eine Kapazität von 200.000 Fahrzeugen und 340.000 Motoren im Jahr.

Gemessen an der Autoproduktion rangierte Ford im vergangenen Jahr in Indien an siebter Stelle. Auf den ersten Plätzen stehen Maruti Suzuki, Hyundai Motor und Tata Motors. Angreifen will Ford nun mit dem neuen SUV EcoSport. Zwar sanken die Autoverkäufe 2013 in Indien insgesamt um 6,7 Prozent auf 1,9 Millionen Fahrzeuge – das war der erste Rückgang seit zehn Jahren. Allerdings kletterten die SUV-Verkäufe um mehr als die Hälfte auf 553.600 Einheiten.

Angesichts der höheren Nachfrage und den wachsenden Exporten aus Indien will Ford im kommenden Jahr ein neues Werk in Indien bauen. Insgesamt eine Milliarde US-Dollar nimmt Ford für den Bau des Werkes in Sanand im Bundesstaat Gujarat in die Hand. Pro Jahr sollen dort 240.000 Fahrzeuge und 270.000 Motoren produziert werden.

Neues Werk im indischen Bundesstaat Gujarat geplant

In den kommenden vier bis fünf Jahren will Ford-Chef Mulally dann ein wichtiges Ziel erreichen: Etwa 40 Prozent der gesamten Verkäufe weltweit sollen aus der Region Asien-Pazifik kommen. Neben Indien setzt der Autobauer aus Dearborn dabei auch besonders auf China, wo sieben Werke gebaut werden.

Der künftige Fokus des Ford-Chefs auf Asien verwundert nicht. Mulally hatte vor sieben Jahren, als er den Chefposten bei Ford übernahm, bereits angekündigt, dass der asiatische Markt für ihn eine besondere Bedeutung haben werde. Im April hatte er in einem Interview mit dem Wall Street Journal gesagt, dass er etwa ein Drittel seiner gesamten Arbeitszeit Themen rund um Asien widmet. Zu seinem Start bei Ford seien es lediglich zehn Prozent gewesen.

Europa muß sich Sparprogramm unterwerfen

Zum europäischen Markt gab der Topmanager dagegen nun erneut ernüchternde Antworten. Ford setze darauf, die Kapazitäten auf dem Kontinent zu konsolidieren. Wie andere Volumenhersteller kämpft Ford hier seit Jahren mit der Absatzflaute und hat massive Verluste verbucht.

Aus diesem Grund hatte der US-Autobauer im vergangenen Herbst auch ein drastisches Sparprogramm angekündigt, welches unter anderem Werksschließungen in Belgien und Großbritannien vorsieht. Bis Mitte des Jahrzehnts, so der Plan, will Ford diesseits des Atlantiks wieder schwarze Zahlen schreiben.

In der Wachstumsregion Asien-Pazifik ist Ford zwar schon soweit – die Vorzeichen sind hier aber auch andere. Allerdings blieben in der Region im ersten Quartal 2013 lediglich sechs Millionen Dollar hängen. Mulally sagte dazu, dass die Region den Autobauer erheblich antreiben wird, sobald die Werke laufen und die Fahrzeuge dann zu kaufen sind.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke
Titelbild: UnitedPictures