Ford Sollers

Der Ford Ecosport wird seit dieser Woche in Russland gefertigt, Anfang 2015 soll auch der Fiesta im Werk in Naberezhny Chelny gebaut werden. – Bild: Ford

Der russische Automarkt ist extrem schwierig. Zu den massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Schwäche des Rubels, kommt auch noch ein massiv in Bewegung befindlicher Automarkt. Experten registrieren seit einiger Zeit massive abrutschende Zahlen bei Kompakt- und Mittelklassefahrzeugen. Vor allem Volumenhersteller leiden massiv unter dem Wechsel von Kompakt- zu Kleinwagen. Ein Lied davon singen Ford. Innerhalb nur kurzer Zeit wurde der einstige Absatzkönig Focus in Russland zum Ladenhüter. Wurden nach Zahlen von IHS Automotive im vergangenen Jahr noch etwa über 67.000 Einheiten von dem Kompaktwagen verkauft, womit der Focus für 63,5 Prozent des gesamten Ford-Absatzes in Russland stand, wird die Verkaufszahl in diesem Jahr um 55 Prozent auf nur noch 31.000 Fahrzeuge zusammenbrechen.

Dem scharfen Rückgang seines einstigen Spitzenmodell begegnet der Autobauer nun, indem die lokale Fertigung des Fiesta bei Fords russischem Joint-Venture-Partner Sollers ausgeweitet wird. Wie Automotive News unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin schreibt, solle der Fiesta-Fünftürer im Werk Naberezhnye Chelny zusammen mit dem EcoSport SUV gebaut werden, dessen Fertigung in dieser Woche gestartet wurde. Die Auslieferung der ersten Fiesta-Modelle solle in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres erfolgen.

Russland weitet Abwrackprogramm aus

In die Karten könnte Ford dabei spielen, dass die russische Regierung am Donnerstag (4. Dezember) die Ausweitung der laufenden Abwrackprämie zur Stimmulierung des schwachen Autoabsatzes bis Ende 2015 bekannt gab und dafür weitere umgerechnet 280 Millionen US-Dollar locker macht. Wie in Deutschland geschehen sollen durch das Programm Besitzer älterer Fahrzeuge zum Kauf von Neuwagen animiert werden. In den Genuss der Abwrackprämie kommen Käufer von in Russland gefertigten Autos, also auch von solchen Fahrzeugen, die von internationalen Konzernen im Land gebaut werden.

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Frank Volk