Die Zeitfenster für Verbesserungen am Fahrzeug sind an den Rennwochenenden eng bemessen, somit verschafft ein Bauteil, dass gleich an der Rennstrecke im Printing-Verfahren gefertigt werden kann, dem Team enorme Wettbewerbsvorteile. Neben den Designänderungen sind die gedruckten Komponenten meist auch leichter und helfen, Rundenzeiten einzuschmelzen.

„Wir verändern und verbessern die Designs unserer Formel-1-Rennwagen ständig. Deshalb ist es von so wesentlicher Bedeutung, dass wir neue Designs schnell testen können, um den Wagen leichter zu machen und - was noch wichtiger ist - die Zahl der konkreten Iterationen mit einer verbesserten Fahrzeugleistung zu steigern. Wenn wir Neuentwicklungen nur ein Rennen früher im Wagen verwenden können, verbessern wir die Wettbewerbsfähigkeit des McLaren MCL32 ganz wesentlich. Wir reduzieren unsere Vorlaufzeiten und steigern die Komplexität der Teile, indem wir die Anwendung des 3D-Drucks von Stratasys bei unseren Herstellungsverfahren noch weiter ausbauen, einschließlich endgültiger Fahrzeugkomponenten“, erklärt Neil Oatley, Leiter der Abteilung Design und Entwicklung bei McLaren Racing.

Stratasys ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für 3D-Druck und Additive Fertigung. Das F1-Team von McLaren verfügt nun über mehrere FDM-Drucker (Fused Deposition Modeling; deutsch: Schmelzschichtung). Im Rapid Prototyping Verfahren kann so ein Werkstück schichtweise aus einem schmelzfähigen aufgebaut werden.

Für Bauteile, die an verschiedenen Stellen vielleicht unterschiedliche Härten benötigen, lieferte Stratasys sogenannte PolyJet-Drucker. Diese funktionieren ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker: Statt Tintentropfen auf Papier zu sprühen, sprühen PolyJet-3D-Drucker Schichten aus vernetzbarem, flüssigen Fotopolymer auf eine Bauplattform. Dank der mikroskopischen Schichtauflösung und einer Genauigkeit von bis zu 0,1 mm können damit aus einem ganzen Spektrum von Materialien dünne Wände und komplexe Geometrien hergestellt werden.

„Die Formel 1 ist einer der weltbesten Prüfstände für unsere Fertigungslösungen. Als offizieller Lieferant von 3D-Drucklösungen für das Formel-1-Team von McLaren-Honda arbeiten wir eng mit ihnen zusammen, um ihre Designanforderungen in der Werkstatt, im Windtunnel und an der Rennstrecke zu lösen. Wir glauben, dass dies wiederum für uns selbst dazu dienen kann, neue Materialien und Applikationen zu entwickeln, die McLaren Racing und anderen Automobildesignern und -Herstellern neue Effizienz und Fähigkeiten bringen werden“ fasst Andy Middleton, Präsident von Stratasys EMEA.