AF Stuttgart Terzidis

Dr. Terzidis: Elektrische Energiesysteme erleben einen Umbruch, wie man ihn in den letzten hundert Jahren nicht gesehen habe. - Bild: Sabine Hofmann

Mobilität und Individualverkehr der Zukunft werden in zunehmendem Umfang auf umfassende Informationssysteme zurückgreifen, wie Dr. Terzidis dem Publikum des 22. Forums von AUTOMOBIL PRODUKTION schildert. Durch die Vernetzung von Autos untereinander und ihre Kommunikation mit Infrastrukturen entstehen neue technische Möglichkeiten, aber auch neue Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle, so der Physiker Terzidis.

Insbesondere im Umfeld der E-Mobilität entwickeln sich neuartige Mobilitätskonzepte, die nur durch einen intensiven Einsatz innovativer IT-Plattformen ökonomisch erschlossen werden können. Erste Erfahrungen aus einer Reihe von Forschungsprojekten zeigen die Herausforderungen und Möglichkeiten, die zukunftsorientierte IT-Lösungen in diesem Umfeld mit sich bringen.

Elektrische Energiesysteme erleben einen Umbruch, wie man ihn in den letzten hundert Jahren nicht gesehen habe, schildert Terzidis. Man befinde sich bei diesem Thema in einem Pool von Fragestellungen, zu dem etwa auch die Haushalte hinzuzählen. Wenn man in Richtung erneuerbare Energien gehe, stelle sich die Frage, was dies vor allem investiv bedeute. Die technischen Fragen seien hingegen relativ klar zu beantworten. Zur monetären Seite zeigt Terzidis ein Chart, auf dem gezeigt wird, dass rund hunderttausend Milliarden US-Dollar benötigt werden, wenn die erforderlichen Überkapazitäten geschaffen würden.

Die Kernprozesse der Elektromobilität benennt Terzidis wie folgt: “Kaufen, Tanken und Fahren”. Beim Thema Kaufen beschreibt der Wissenschaftler Systeme wie etwa Car Sharing und Mobiliäts-Flat Rates, die durchaus auch Premiumfahrzeuge oder SUVs umfassen. Der zweite Kernprozess Tanken beschreibe die eine große Herausforderung der Elektromobilität, nämlich die Batterie. Statt der bei konventionellen Autos üblich fünf Minuten und 50 Euro für 500 Kilometer werden es laut Terzidis bei der Betankung mehr als 50 Minuten bei fünf Euro für ungefähr 50 Kilometer. Es sei ein ganz anderer Vorgang, so Terzidis. Beim Thema Fahren gilt es infrastrukturelle Dinge zu beachten.

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Geschäftsprozesse der Zukunft zu beherrschen sei bei Leibe keine Trivialität. SAP habe Prozesse konzipiert und sei in mehreren Projekten involviert. Eines der Geschäftsmodelle zur Buchung sei etwa der Prototyp “Future Fleet”, eine IT die geeignet sei, die Abrechnungsprozesse und Transaktionskosten tranparent darzustellen. Bei SAP werde ein weiteres Forschungsprojekt mit anderen Teilnehmern forciert, wie Terzidis beschreibt. Thema dieses Projekts sei das “Business Web”, das unter anderem frage, welche der Daten für andere überhaupt darstellbar sein sollen und wer auf diese Daten zugreifen dürfe.

Mit Blick auf die Elektromobilität und die gezeigten Projekte sei man bereits nah am Thema E-Mobilität dran. Man denke aber weiter, wie der SAP-Mann schildert. “Mobility as a service” als Geschäftsmodell für viele Beteiligte sei dabei als Stichwort genannt. Entscheidend sei, eine verlässliche Datenplattform zu schaffen, über die die verschiedenen Prozesse geleitet werden.