Finanzminister Bruno Le Maire

Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire: "Der General-Direktor von Renault muss Präsident der Allianz bleiben. Ich wünsche nicht, dass es Änderungen gibt bei den Macht-Gleichgewichten zwischen Renault und Nissan.“ Bild: Bruno Le Maire bie Facebook

Nach dem Sturz von Automanager Carlos Ghosn in Japan hält Frankreich an der Machtverteilung in der Auto-Allianz zwischen Renault und Nissan fest. "Der General-Direktor von Renault muss Präsident der Allianz bleiben", forderte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag (27. November 2018) im Sender LCI. "Ich wünsche nicht, dass es Änderungen gibt bei den Macht-Gleichgewichten zwischen Renault und Nissan", sagte Le Maire. Sein Wort hat in Paris Gewicht, denn der französische Staat ist zu 15 % an Renault beteiligt.

Ghosn war am 19. November 2018 in Tokio festgenommen worden, weil er gegen japanische Börsenauflagen verstoßen haben soll. Am Donnerstag (22. November 2018) wurde der 64-Jährige von Nissan als Verwaltungsratschef entlassen, am Montag (26. November 2018) folgte dann sein Rausschmiss bei Mitsubishi Motors.

Renault ist zu 43,4 % an Nissan beteiligt, die Japaner ihrerseits zu 34 % an Mitsubishi. Nissan wiederum hält einen Anteil von 15 % an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte. Renault hatte sich bereits in der vergangenen Woche eine kommissarische Führung gegeben

Le Maire hatte gesagt, Ghosn sei zur Zeit nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen. Topmanager Thierry Bolloré fungiert übergangsweise als Chef, Ghosn blieb aber offiziell Vorsitzender und CEO. Dem Vernehmen dürfte der gebürtige Brasilianer aber bei Renault nicht auf Dauer auf dem Spitzenposten zu halten sein, falls sich die Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten sollten.