Arnaud Montebourg

Der heimischen Autoindustrie geht es schlecht. Und deshalb fährt Frankreichs Minister Arnaud Montebourg das schwere Dumping-Geschütz gegen die koreanische Konkurrenz auf. - Bild: Matignon

Sie wirft den südkoreanischen Autobauern Hyundai und Kia vor, ihre Wagen zu Schleuderpreisen anzubieten. Die protektionistische Rhetorik in Reaktion auf den Gewinn von Marktanteilen durch die Konkurrenten nimmt an Schärfe zu.

Marktanteile auf Kosten der französischen Autobauer

“Die beiden Marken Hyundai und Kia wettstreiten mit unseren Herstellern auf Basis inakzeptablen Dumpings”, sagte der Pariser Industrieminister Arnaud Montebourg. Die Maßnahmen gegen die angeblich illegale Preisunterbietung will der Minister demnach unter dem Dach des Freihandelsabkommens zwischen Südkorea und der EU regeln. Auf Einzelheiten ging Montebourg während seiner Rede an Mitglieder der Sozialistischen Partei in der Hafenstadt La Rochelle nicht ein.

Minister wirft den Koreanern Preisdumping vor

Dumping als unerlaubte Preispolitik liegt dann vor, wenn ein Unternehmen seine Produkte im Ausland unter dem Preis anbietet, den es zu Hause verlangt, um Wettbewerber auszuschalten. Unter dem Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO können Länder Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn der Tatbestand bewiesen ist. Da Frankreich Mitglied der Europäischen Union ist, muss die EU-Kommission über eine mögliche Reaktion entscheiden.

Abschwung treibt PSA weiter in die Krise

Der wirtschaftliche Abschwung in Frankreich und Westeuropa generell, wo die französischen Hersteller Peugeot Citroën und Renault die meisten ihrer Fahrzeuge verkaufen, hat zu einem Rückgang der Absatzzahlen geführt. Die Nachfrageschwäche hat Peugeot tief in die roten Zahlen gestürzt und den Konzern ist zu einem Sparprogramm gezwungen, das Werksschließungen und massiven Stellenabbau beinhaltet und den Industrieminister erzürnt hat.

Die Koreaner profitieren dagegen von der Zurückhaltung der Kunden, die vermehrt nach günstigeren Kompaktwagen Ausschau halten. Weniger als einen Monat, nachdem er die steigenden Verkaufszahlen der südkoreanischen Hersteller als Grund für Peugeots Schwierigkeiten ausgemacht hatte, zeigt Montebourgs Attacke inklusive Firmennamen und spezifischem Vorwurf, dass die Regierung ihre Konzerne aggressiver schützen will.

Ein Sprecher von Kia wollte am Sonntag keinen Kommentar abgeben und sagte, eine offizielle Antwort werde am Montag verfügbar sein. Bei Hyundai war für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke