Zugpferd: BMW setzt auf den neuen Fünfer große Hoffnungen. (Bild: BMW)

Zugpferd: BMW setzt auf den neuen Fünfer große Hoffnungen. (Bild: BMW)

Wie die “Financial Times Deutschland” berichtet, tanken die deutschen Autobauer nach dem Ende des heimischen Abwrack-Booms weiter Kraft im Ausland. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) ist auf dem Inlandsmarkt die Zahl der Neuzulassungen im März auf rund 295.000 zurückgegangen. Das waren 27 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, in dem die Prämie für Altautos die Nachfrage stark angekurbelt hatte. Im ersten Quartal fuhr laut Kraftfahrt-Bundesamt nur der japanische Hersteller Nissan klare Absatzerfolge ein. Von den deutschen Anbietern schaffte es allein BMW/Mini ins Plus. Beim Export und der Produktion legte die deutsche Branche aber kräftig zu.

“Die Stimmung in der Automobilindustrie hellt sich merklich auf”, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. “Das Vorkrisenniveau werden wir 2010 zwar noch nicht wieder erreichen, aber wir rechnen mit einem guten Exportjahr.” Die deutschen Hersteller dürften an der Belebung auf Wachstumsmärkten vor allem außerhalb Europas kräftig teilhaben. Die Auftragseingänge aus dem Ausland seien weiter gestiegen.

Im März legten die Ausfuhren nach Angaben des VDA um 51 Prozent auf 419.400 Personenwagen zu. Im ersten Quartal 2010 kam so ein Exportplus von 47 Prozent auf 1,05 Millionen Wagen zusammen. Die heimische Produktion wuchs im März um 27 Prozent auf 555.300 und im Quartal um 32 Prozent auf 1,38 Millionen Wagen.

Auf dem deutschen Markt erwartet die Branche in diesem Jahr einen deutlichen Einbruch unter das Niveau von 2009, als die staatliche Prämie die Zahl der Neuzulassungen auf 3,8 Millionen getrieben hatte. Der VDA rechnet für 2010 mit 2,75 bis drei Millionen Neuzulassungen. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg prognostiziert 2,8 bis 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

Von Januar bis März wurden rund 670.400 Neuzulassungen gezählt, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg mit. Dies war ein Rückgang um 23 Prozent. Verglichen mit dem ersten Quartal 2008, als es keine Umweltprämie gab, war dies ein Rückgang von neun Prozent, erläuterte der VDIK.

Nach der KBA-Statistik erzielte Nissan im ersten Quartal das stärkste Plus von 58 Prozent auf knapp 15.500 Autos. Auch die Nischenhersteller Jaguar und Land Rover hatten mehr Neuzulassungen als ein Jahr zuvor. BMW/Mini kam auf plus 1,4 Prozent. Marktführer VW konnte mit minus 6,8 Prozent auf 154.100 Autos die Absatzverluste noch begrenzen und hält weiterhin einen Marktanteil von 23 Prozent. Zählt man die Marken Seat, Skoda und Audi dazu, kommen mehr als 37 Prozent der neuen Autos in Deutschland vom Wolfsburger Konzern.

Während die Rückgänge in der automobilen Oberklasse wie Audi (minus 6,8 Prozent) und Mercedes (minus 11,1 Prozent) Prozent noch relativ überschaubar blieben, büßten die Massenhersteller Ford und Opel mehr als 26 Prozent ihres deutschen Absatzes ein. Am härtesten traf es Marken, die von der Abwrackprämie am deutlichsten profitiert hatten. So verringerte sich die Zahl der neu zugelassenen Daihatsu-Autos um fast 70 Prozent, bei Fiat waren es knapp 59 Prozent und bei der einstmals glänzenden Marke Toyota 55,5 Prozent minus.

Neuzulassungen von Pkw Januar bis März 2010 in Deutschland
Marke Anzahl Veränd. in Prozent Marktanteil*
Audi 50514 -6,8 7,5
BMW, Mini 56599 1,4 8,4
Citroën 16176 -19,0 2,4
Fiat 18116 -58,8 2,7
Ford 47003 -26,9 7,0
Honda 8395 -46,0 1,3
Hyundai 17186 -40,0 2,6
Kia 7392 -49,4 1,1
Mazda 11559 -43,8 1,7
Mercedes 56152 -11,1 8,4
Mitsubishi 5428 -44,5 0,8
Nissan 15476 58,3 2,3
Opel 51094 -26,4 7,6
Peugeot 21020 -29,7 3,1
Porsche 2901 -19,0 0,4
Renault, Dacia 33685 -13,4 5,0
Seat 11394 -33,6 1,7
Skoda 33069 -27,4 4,9
Smart 5597 -34,2 0,8
Suzuki 8512 -54,6 1,3
Toyota, Lexus 16853 -55,5 2,5
Volvo 5600 -16,1 0,8
VW 154149 -6,8 23,0
Insgesamt 294375 -22,8 100
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
* prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum