Klaus Franz Opel

Klaus Franz: Einen sofortigen Personalwechsel an der Spitze wollen die Arbeitnehmer nicht mitmachen. - Bild: Opel

“Wir halten uns die Möglichkeit offen, einen personellen Gegenvorschlag für die Spitze des Unternehmens zu unterbreiten”, sagte der stellvertretende Opel-Aufsichtsratschef und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz dem “Handelsblatt” (Dienstagausgabe).

Die Arbeitnehmer wollen einen sofortigen Personalwechsel an der Spitze nicht mitmachen. Erst müsse der Aufsichtsrat für die Abberufung des bisherigen Opel-Bosses Nick Reilly eine entsprechende Mehrheit finden. Dann könne eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung zur Toppersonalie einberufen werden. “Noch hat sich der Aufsichtsrat mit dem Thema gar beschäftigt”, kritisierte Franz in der Vorabmeldung vom Montagabend.

Der Zeitplan von General Motors für die Berufung des neuen Opel-Vorstandschefs gerate damit aus den Fugen. Nach Vorstellungen von GM soll Karl-Friedrich Stracke bereits am 1. April als neuer Opel-Boss antreten. Das Unternehmen hatte am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, dass der bisherige Chefentwickler der Opel-Mutter General Motors den Autobauer künftig führen soll. Gleichzeitig soll der bisherige Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, Nick Reilly, an die Spitze des Opel-Aufsichtsrates wechseln und das GM-Europageschäft leiten.

Franz stellt jedoch Bedingungen für die Zustimmung der Arbeitnehmer. “Bevor die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat dem Wechsel zustimmen, muss klar sein, dass keine Holding über die Adam Opel AG gestellt wird. Die Mitbestimmung und auch die Rechte des Vorstands dürfen nicht ausgehebelt werden”, sagte der oberste Opel-Belegschaftsvertreter. Da GM allerdings die Mehrheit im Opel-Kontrollgremium besitzt, können die Arbeitnehmer eine Wahl von Stracke nicht verhindern, sondern nur verzögern.

Dow Jones Newswires/Handelsblatt/gk