Dan Akerson

Dan Akerson: GM sieht keinen Grund, seinen Sparkurs in Europa aufzugeben und will den Turnaround bis 2015 vollzogen haben. - Bild: GM

Das Marktumfeld auf dem Kontinent verschlechtere sich weiter, sagte Konzernchef Dan Akerson am Mittwoch in Detroit, wie das “Handelsblatt” (Mittwoch) berichtet. Der oberste GM-Lenker erwarte keine positiven Signale auf dem europäischen Automarkt. Auch Deutschland drohe in eine Rezession zu schlittern. Mit den Fortschritten beim Umbau in Europa sei der Konzern zwar zufrieden, nicht jedoch mit den Ergebnissen. Deshalb müsse sich mit der Kostenstruktur befasst werden.

2015 soll die Kehrtwende in Europa vollzogen sein

Die deutsche GM-Tochter Opel verliert seit Jahren Marktanteile und hatte voriges Jahr das Aus für das Bochumer Autowerk verkündet. Etwa im Jahr 2015 wolle GM die Kehrtwende in Europa schaffen. “Wir geben unser Bestes, um aus den roten Zahlen zu kommen. Dies soll über eine Anpassung der Kostenstruktur an die zu erwartenden Umsätze erreicht werden”, fügte Akerson hinzu.

PSA soll Opel kaufen und eine Allianz gegen Volkswagen bilden

Die Zeitung “Le Monde” hatte am Montag berichtet, dass die französische Regierung den heimischen Peugeot -Konzern dazu drängen soll, den Konkurrenten Opel zu übernehmen. Die zwei angeschlagenen Hersteller sollten durch einen Zusammenschluss gestärkt werden und eine Allianz gegen Europas größten Autohersteller Volkswagen schmieden.

PSA-Markendirektor Frédéric Saint-Geours erteilte dem jedoch eine Absage. Er sagte, ein Zusammenschluss mit Opel stehe nicht auf der Agenda. GM gab zu diesem brisanten Thema bislang keine Stellungnahme ab.

Akerson teilte zudem mit, dass GM in diesem Jahr eine erstklassige Bonitätsbewertung von den Ratingagenturen erwarte. Er hoffe, dass GM mit neuen Modellen Marktanteile in den USA hinzugewinnen könne. Der Ausstieg der Regierung aus GM sei entscheidend, um Investoren von der Leistung des Konzerns zu überzeugen.

GM will Abhängigkeit von der US-Regierung verringern

Der vor drei Jahren vom Staat gerettete Autobauer kauft sich Stück für Stück von der US-Regierung frei. Im Dezember erwarb die Opel-Mutter Aktien im Volumen von 5,5 Milliarden Dollar von der Regierung. Damit sank der Anteil des Staates auf 19 Prozent von zuvor 26 Prozent.

Spätestens in 15 Monaten will die US-Regierung gar keinen Fuß mehr in der Tür des wiedererstarkten Detroiter Konzerns haben und auch die restlichen etwa 300 Millionen Aktien abgestoßen haben. Damit dürfte dann General Motors auch seinen ungeliebten Beinamen “Government Motors” wieder verlieren.

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Handelsblatt/dpa/Guido Kruschke