Nick Reilly breit

Nick Reilly: Entsprechende Aussagen, daß General Motors unzufrieden mit der Entwicklung von Opel wären, seien nicht zutreffend. - Bild: Opel

Normalerweise nimmt Opel keine Stellung zu Themen, die im Aufsichtsrat des Unternehmens besprochen werden. Vor dem Hintergrund der jüngsten Spekulationen in den Medien hat sich das Unternehmen jedoch entschlossen, zur Diskussion um die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers Stellung zu nehmen.

Berichte um eine Trennung sind reine Spekulation

Entsprechende Aussagen, daß die Führung in Detroit und der CEO Dan Akerson unzufrieden mit der Entwicklung von Opel wären, seien „unrichtig“, teilte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Adam Opel AG, Nick Reilly, am Donnerstag nach der Sitzung des Aufsichtsrats in Rüsselsheim mit.

Tatsächlich sei GM „sehr zufrieden damit“, dass Opel/Vauxhall den Vorgaben seines Restrukturierungsplans voraus ist, dass GM in Europa positive Finanzergebnisse im ersten Quartal 2011 erzielt hat und dass der Opel/Vauxhall-Marktanteil im Mai zum siebten Mal in Folge den jeweiligen Vergleichswert des Vorjahres übertroffen hat, erklärte Reilly. Die jüngst eingeführten Opel/Vauxhall Modelle werden von Kunden und Industriebeobachtern hervorragend aufgenommen.

Die Spekulationen seien vor allem in Deutschland zu einem Zeitpunkt in die Öffentlichkeit gelangt, „zu dem das Unternehmen Marktanteile gewinnt, sein Markenimage hebt und bessere Finanzergebnisse erzielt“.

Daniel Akerson

Daniel Akerson: Es gibt derzeit weder Gespräche noch Kontakte mit anderen Herstellern über einen Verkauf von Opel. - Bild: GM

Im ersten Quartal 2011 hatte GM mit dem Europageschäft um Opel und Vauxhall operative Verluste von 390 Millionen Dollar (263 Millionen Euro) verzeichnet. Anfang Mai hatte Reilly das Ziel bekräftigt, das Europageschäft in diesem Jahr operativ zurück an die Gewinnschwelle führen.

Ein möglicher Verkauf bleibt unerwähnt

Mehrere Medien hatten Anfang Juni berichtet, dem verlustreichen Autobauer drohe mitten in der Sanierung ein Verkauf. Die US-Konzernmutter General Motors sei unzufrieden mit der Entwicklung bei Opel und erwäge, sich von der deutschen Tochter zu trennen. Sprecher von GM und Opel hatten daraufhin erklärt, es handele sich bei den Berichten um reine Spekulation.

GM-CEO Dan Akerson soll dem neuen Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke in einem Vier-Augen-Gespräch zugesichert haben, dass es derzeit weder Gespräche noch Kontakte mit anderen Herstellern über einen Verkauf gebe.

Öffentlich wollte sich der Mutterkonzern aus Detroit jedoch nicht klarer äußern. Ein Verkauf von Opel gilt wegen der engen Verknüpfung mit anderen Firmenteilen als unwahrscheinlich.

Allerdings könnte General Motors seine Tochter in eine Allianz einbringen, zum Beispiel mit dem chinesische Autobauer BAIC als möglichen Partner. Allerdings würde man jedoch der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) vor die Stirn stoßen, mit der der amerikanische Konzern in China gemeinsam Autos baut.

dpa-AFX/Opel