Opel Akerson Neumann Deutschland

GM-Chef Dan Akerson (2. v.l.) will insgesamt vier Milliarden Euro in Opel investieren, um den angeschlagenen Autobauer wieder profitabel zu machen. - Bild: GM

Der US-Konzern werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren, sagte Akerson am Mittwoch in Rüsselsheim. Der Großteil der Summe soll als Teil des Wachstums- und Sparprogramms “Drive2022″ in neue Modelle gesteckt werden, erklärte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Zugleich unterstrich Akerson, der mit der gesamten GM-Führungsspitze in Rüsselsheim auftrat, das Bekenntnis des Mutterkonzerns zur Tochter: GM brauche eine starke Präsenz in Europa, sowohl bei Design und Entwicklung als auch bei Fertigung und Verkauf. Opel ist ein Schlüssel zu unserem Erfolg und genießt die volle Unterstützung des Mutterkonzerns.”

Akersons Ankündigungen sind nicht neu. Bereits im Oktober letzten Jahres erklärte General Motors, dass man bis 2016 “mehrere Milliarden Dollar”, wie es damals hieß, in den Opel-Zukunftsplan “Drive Opel 2022″ investieren wollen.

Keine Hoffnung für Bochum

Am Ende der Autofertigung im Werk Bochum Anfang 2015 hält GM indes fest. Konzern-Vize Steve Girsky sagte, er bedauere das Votum der Mitarbeiter in Bochum gegen den Sanierungsplan: “Aber wir akzeptieren die Entscheidung.”

GM setzt in Europa seit Jahren Geld in den Sand, alleine 2012 stand ein operativer Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) in den Büchern.

Als Hoffnungsträger gilt dabei der neue Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann. Angesichts der schwierigen Marktlage und der dramatischen Überkapazitäten des Autobauers gab er sich am Mittwoch kämpferisch: “Ich will Opel wieder zu alter Stärke und altem Glanz zurückführen. Wir leben bei Opel eine neue Kultur. Wir sind jetzt wieder die Angreifer.”

“Drive2022″ soll Opel wieder nach vorne bringen

Der Zehn-Jahres-Plan “Drive2022″ sei überzeugend und werde das Unternehmen nach vorne bringen, sagte Neumann. Girsky betonte: “Opel ebnet den Weg zum größten Turnaround in der europäischen Automobilgeschichte.” Der GM-Verwaltungsrat habe bei seiner Sitzung in Rüsselsheim das Ziel bekräftigt, dass Opel zur Mitte des Jahrzehnts wieder profitabel sein soll.

Das wird alleine mit Investitionen nicht gelingen. Die Geschäftsführung will nach früheren Angaben von 2013 bis 2015 die Fixkosten um 500 Millionen Dollar (375 Millionen Euro) senken, unter anderem über die Zusammenarbeit mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën und durch Lohnverzicht der Beschäftigten. Zudem drohen nach der Ablehnung des Sanierungsplans in Bochum mehr als 3.000 Arbeitsplätze an dem Standort wegzufallen.

Am Donnerstag wird der GM-Verwaltungsrat in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen. Die Spitze der Opel-Mutter kommt immer wieder zu ihren regulären Treffen im Ausland zusammen – dieses Mal in Deutschland, um sich vor Ort ein genaues Bild über den Opel-Zehn-Jahres-Plan und den europäischen Markt zu machen. Sie will außerdem öffentlichkeitswirksam ein klares Bekenntnis zu Opel abgeben.

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dpa/Guido Kruschke