Steve Girsky breit

Stephen Girsky: "Mit dem neuen Chevrolet-Chef Thomas Sedran haben wir jetzt einen neuen Kopf an die Spitze des Teams gebracht, der uns sagt, was wir besser machen können." - Bild: GM

Das gab GM-Vize Steve Girsky in einem Interview mit dem Wall Street Journal indirekt auch zu: “Der Ruf der Chevy-Marke in Europa ist auf einigen Märkten stärker als auf anderen”. Nun aber soll es besser werden. Girsky sagte, “wir haben jetzt einen neuen Kopf an die Spitze des Teams gebracht, damit er uns sagt, was wir besser machen können.”

Chevrolet sucht den Erfolg in Europa

General Motors hatte jüngst angekündigt, dass die Chefin von Chevrolet Europe – Susan Docherty – ihren Posten räumen muss. An ihre Stelle tritt der einstige Opel-Interimschef Thomas Sedran.

Im ersten Halbjahr hatte Chevrolet trotz Einführung einer ganzen Reihe neuer Modelle einen Rückgang des Marktanteils von 1,5 auf 1,2 Prozent hinnehmen müssen. Die größte europäische Marke von General Motors, Opel, war dagegen mit einem Anteil von 6,9 Prozent in der EU stabil geblieben.

Der neue Mann an der Chevrolet-Spitze soll die Negativentwicklung nun stoppen. “Sedran schaut sich an, was wir bei Chevrolet tun müssen, bei Opel und was bei Peugeot. Wir wollen wissen, wie wir in Europa wieder erfolgreich sein können”, umschrieb Girsky die Aufgabe des neuen Top-Managers.

General Motors hatte im vergangenen Jahr eine Beteiligung von sieben Prozent am französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen erworben und will gemeinsam mit den Franzosen neue Modelle entwickeln und ein Joint Venture für den gemeinsamen Einkauf gründen, so dass beide zusammen über mehr Verhandlungsmacht bei den Preisen verfügen.

Der US-Autohersteller hat Chevrolet im Niedrigpreissegment der Kleinwagen in Europa positioniert. Die deutsche Opel und die britische Vauxhall sollen eher betuchtere Kunden im Massensegment ansprechen.

General Motors kann sich in Europa keinen Fehltritt leisten

GM sieht die Gefahr, dass Opel und Chevrolet sich auf dem europäischen Markt gegenseitig Kunden abluchsen könnten. So nannte GM-Chef Dan Akerson dieses Thema jüngst eine “eher komplizierte Sache”. Doch einen Fehltritt kann sich General Motors nach Aussage von Girsky nicht leisten. Gerade sei Opel dabei, sich als Marke wieder besser unter potenziellen Kunden zu etablieren. “Wir haben diesen negativen Index, mit dem sich messen lässt, wie viele Menschen niemals unser Auto kaufen würden im Vergleich zu denen, die sich für unsere Modelle interessieren. Mittlerweile verbessern sich bei dieser Messlatte die Werte”, zeigt sich Girsky optimistisch.

Mit Restrukturierung zurück auf die Erfolgsstraße

Girsky führte die defizitären europäischen Aktivitäten ab Juli 2012 durch eine weitreichende Restrukturierung. Dazu zählt die Schließung des Opel-Werks in Bochum und der Austausch von vielen Topmanagern bei der deutschen Tochter.

Die Verluste von General Motors in Europa sind im zweiten Quartal bereits kräftig geschrumpft. Statt 394 Millionen US-Dollar Fehlbetrag im Vorjahr standen nur noch 110 Millionen Dollar Verluste in den Büchern. “Wir haben viele Verbesserungen erreicht. Aber es lässt hier niemand die Sektkorken knallen. Dafür gibt es noch zu viel Arbeit zu erledigen”, sagte Girsky.

Doch einfach wird es im rezessionsgeplagten Europa nicht. Die Wirtschaftsflaute halte an, erwartet der Manager. “In einigen europäischen Ländern beobachten wir 25-Jahre-Tiefs. Es gibt noch sehr viel zu tun. Vor uns liegen viele Herausforderungen.”

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke