VW-Indien_Partnerschaft_Tata-Motors

In Indien ist der Weg für eine Partnerschaft zwischen VW und Tata Motors bereitet. Bild aus der VW-Produktion in Pune. Archivbild: VW India

Zu der sich anbahnenden Partnerschaft hieß es bei VW auf Anfrage von AUTOMOBIL PRODUKTION „kein Kommentar“, auch bei Tata Motors zeigte man sich nicht gesprächiger. Dafür zitiert die indische Economic Times gleich eine ganze Reihe Personen mit intimen Kenntnissen über das, was da zwischen dem Volkswagen Konzern und Tata Motors läuft. Demnach wollen die beiden Autokonzerne in einer weitreichenden Kooperation Architekturen, Produktionskapazitäten und Technologien teilen, um einerseits Kosten zu sparen, andererseits neue Modelle schneller und noch besser auf die Bedürfnisse des jeweiligen Marktes zuschneiden zu können.

Konkret gehe es dabei um eine Nutzung der von Tata Motors entwickelte AMP-Plattform durch VW, im Gegenzug sollen die Inder Zugang zu technologischen Lösungen aus Wolfsburg erhalten. Tata soll seinerseits Interesse an einer Nutzung der MQB A0-Plattform von VW haben.

Für den VW-Konzern könnte durch eine Partnerschaft mit Tata Motors das zähe Thema Budget-Car entscheidend voran bringen. Bei den Wolfsburgern steht seit Jahren die Entwicklung eines günstigen Fahrzeugs für Entwicklungsmärkte, darunter auch Indien, ganz oben auf der Agenda. Mit Tata Motors hat man bereits in der Vergangenheit verhandelt – bislang erfolglos. In Indien ist VW mit dem Polo und dem Vento unterwegs und gibt in den Verkaufsstatistiken des Landes eine klägliche Rolle ab. 2012 scheiterte ein Versuch, den VW Up am Markt zu platzieren.

Tata Motors seinerseits hechelt am Heimatmarkt meilenweit hinter den Marktführern Suzuki Maruti und Mahindra & Mahindra hinterher. Erfolgsmeldungen aus der Autosparte gibt es eigentlich nur im Zusammenhang mit der britischen Tochter Jaguar Land Rover.

Wie Economic Times berichtet, habe es in den vergangenen Wochen viel Besuch hochrangiger VW-Manager bei Tata Motors gegeben. Auf Tata-Seite sei der frühere Daimler- und Airbus-Manager Günter Butschek treibende Kraft hinter der Kooperation. Dem Tata Motors-Chef sagt man gute Kontakte zu Wolfsburg nach.

Inzwischen seien die Verhandlungen so weit fortgeschritten, dass bereits beim Autosalon in Genf Anfang März Vollzug bezüglich der Kooperation vermeldet würde.

Zum Stand der Gespräche äußerte sich der Volkswagen-Konzern nicht. In einem Statement gegenüber AUTOMOBIL PRODUKTION heißt es ganz generell, dass man zum indischen Markt stehe und auch dort Ausschau nach potenziellen Partnern halte und entsprechende Gespräche führe.