Das Geschäft läuft wieder besser: Getriebespezialist Getrag hebt die Umsatzprognose für 2010 an.

Das Geschäft läuft wieder besser: Getriebespezialist Getrag hebt die Umsatzprognose für 2010 an. - Bild: Getrag

Die Geschäfte des Getriebeherstellers Getrag erholen sich schneller von der Wirtschaftskrise als gedacht. Im laufenden Jahr sei ein weltweiter Umsatzanstieg auf 2,5 Milliarden Euro von zwei Milliarden Euro im vergangenen Jahr zu erwarten, teilte der in Familienbesitz befindliche Autozulieferer mit.

Bislang war das in den roten Zahlen steckende Unternehmen für 2010 von einem Erlöswachstum auf nur knapp 2,3 Milliarden Euro ausgegangen.

„In Europa dümpelt das Geschäft zwar weiter vor sich hin“, sagte Chief Operating Officer Bernd Eckl. Die Nachfrage in den USA und in China sei dagegen gut. „Wir liegen über Plan“, sagte der Manager. Nach einem noch verhaltenen Auftragseingang im ersten Quartal zeichne sich insgesamt eine Belebung der Investitionstätigkeit der Autobauer ab.

Zugleich wurde der Grundstein für eine langfristige Zukunftsperspektive des familiengeführten Unternehmens gelegt. Gestern wurde offiziell bekannt, dass die Standort- und Beschäftigungstarifverträge bei Getrag bis Ende 2012 weitergeführt werden, die Produktion am Standort Ludwigsburg weiter läuft und es grundsätzlich keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2012 geben wird. Im Gegenzug bringen die Beschäftigten vorübergehend Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes ein. Darüber hinaus wurden Modelle zur Anpassung der Arbeitszeit an wechselnde Beschäftigungssituationen vereinbart.

„Wir sind froh, dass wir die Verhandlungen mit der IG Metall und den Betriebsräten zu einem guten Abschluss bringen konnten. Mit dieser Vereinbarung erreichen wir das nötige Einsparvolumen, um dem Standort Deutschland der GETRAG Group Transmissions langfristig eine gute Zukunftsperspektive geben zu können“, sagte Bernd Eckl, der für das operative Geschäft verantwortliche Geschäftsführer im Rahmen einer Pressekonferenz.

Die gestiegene Nachfrage bei Doppelkupplungsgetrieben und Steuerrädern in den Exportmärkten hatte in den vergangenen beiden Monaten für eine Entspannung der Beschäftigungssituation gesorgt. Die verbleibenden Überkapazitäten können durch ein freiwilliges Austrittsprogramm, Altersteilzeit und durch Arbeitszeitreduzierungsmodelle kompensiert werden.