FORD_2018_C-MAX

Nach Angaben des zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Völklingen, Desgranges, gibt es eine Betriebsvereinbarung, dass der C-Max noch im gesamten Jahr 2019 in Saarlouis gebaut werden soll. Ford wolle nun schon im Sommer die Produktion des Modells einstellen und daher früher aus der Vereinbarung aussteigen. Bild: Ford Deutschland

Angesichts des angekündigten Arbeitsplatzabbaus beim US-Autobauer Ford in Saarlouis hat die IG Metall vom Management ein klares Zukunftsbekenntnis zur Produktionsstätte im Saarland gefordert. "Wir wollen eine langfristige Sicherung des Standorts mit Investitionszusagen", sagte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges, anlässlich einer Betriebsversammlung bei Ford am Montag (25. März 2019) in Saarlouis. Im Raum steht der Abbau von rund 1.600 Arbeitsplätzen, weil aufgrund der geplanten Einstellung des Kompakt-Vans C-Max die dritte Schicht (Nachtschicht) wegfallen soll.

Nach Angaben von Desgranges gibt es eine Betriebsvereinbarung, dass der C-Max noch im gesamten Jahr 2019 in Saarlouis gebaut werden soll. Ford wolle nun schon im Sommer die Produktion des Modells einstellen und daher früher aus der Vereinbarung aussteigen. Am Ende dieser Woche solle es eine Aufsichtsratssitzung geben, wo auch über den C-Max entschieden werden solle. "Und da sagen wir: Wenn wir tatsächlich den C-Max abgeben müssen, um eine Perspektive zu entwickeln für dieses Werk, dann wollen wir diese Perspektive auch in einer Betriebsvereinbarung verabredet haben."

Am Montag (25. März 2019) sicherte die Geschäftsführung laut Desgranges für den Fall des Ausstiegs aus der C-Max-Produktion eine solche Vereinbarung zu: Der geplante Facelift des Mittelklasse-Pkw Focus wohl in 2022 solle in Saarlouis "platziert" werden. "Damit wäre eine Investition von 200 Millionen Euro verbunden, und das würde den Standort zumindest mal bis ins Jahr 2024 sichern", sagte er. "Es ist in einer schlechten Wetterlage zumindest mal ein Regenschirm für die nächsten Jahre." Dann müsse man sehen, wie der Standort nach 2025 langfristig gesichert werden könne. Von Erfolg wollte er nicht sprechen: "Am Ende verlieren ja jede Menge Menschen ihren Job." Er ging davon aus, dass vom Produktionsstopp des C-Max weitere knapp 700 Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben direkt betroffen sein werden.

Bei einem Aus des C-Max fallen 1.600 Jobs weg

Ford hatte Mitte März angekündigt, im Rahmen eines Sanierungskonzeptes rund 5.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. 2018 hatte der Autobauer in Europa einen operativen Verlust (Ebit) von rund 400 Mio Dollar eingefahren. Zudem sank die Zahl der Ford-Fahrzeuge, die in Europa in den Handel kamen, um rund drei Prozent auf 1,533 Millionen. Bundesweit hat Ford etwa 24.000 Mitarbeiter - gut 6.000 in Saarlouis, knapp 18.000 in Köln und 200 in Aachen.

Ford-Sprecherin Beate Falk sagte am Montag in Köln zum Ende der C-Max-Produktion: "Wir haben da noch keine Entscheidung." Fakt sei, dass man Ende 2018 angekündigt habe, dass die Geschäftsführung "in Konsultationsgespräche" mit dem Betriebsrat "zum Auslaufen des Modells Ford C-Max" eintreten werde. Richtig sei, dass bei einem Aus des C-Max die Nachtschicht wegfiele und somit rund 1.600 Stellen. Ende 2018 seien bereits rund 400 Leiharbeiter ausgeschieden. Ende Juni 2019 sollten gegebenenfalls weitere 500 Leiharbeiter folgen. Von der Stammbelegschaft würden dann noch gut 600 Ford-Mitarbeiter betroffen sein, sagte sie.