Michael Brecht, Daimler

Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht kritisiert das Vorgehen des Autobauers in den USA. Bild: Daimler

Hintergrund ist eine Rüge der US-Arbeitsaufsicht National Labor Relations Board. Demnach soll eine Passage in einem Handbuch Mitarbeiter in Alabama davon abgehalten haben, sich in ihrer Freizeit auf dem Werksgelände über die Bildung einer Gewerkschaft auszutauschen.

“Unsere Kolleginnen und Kollegen in Tuscaloosa (Alabama) müssen selbstverständlich das Recht haben, sich in der Arbeitspause über die Gewerkschaft zu unterhalten”, sagte Brecht am Donnerstag (4. Dezember) in Stuttgart. “Und niemand darf sie davon abhalten, sich zu ihrer gewerkschaftlichen Überzeugung zu bekennen.” Daimler hatte erklärt, dass entsprechende Regelungen in einer alten Version des Handbuchs tatsächlich unklar gewesen sein. Das sei aber in der Ausgabe von 2014 geändert worden.

IG-Metall-Vize Jörg Hofmann betonte: “Es darf nicht sein, dass den Beschäftigten in den USA nur Mitbestimmungsrechte zweiter Klasse zugebilligt werden.” Hintergrund ist, dass Angestellte von Mercedes-Benz in Zukunft auch im Werk Tuscaloosa gewerkschaftlich vertreten werden sollen. Die US-Gewerkschaft UAW hatte Anfang Oktober mitgeteilt, dass in einem ersten Schritt ein Ortsverband gegründet worden sei. Über eine Gewerkschaftsvertretung müssen US-Mitarbeiter allerdings erst abstimmen.

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dpa/fv