Martin Winterkorn, Volkswagen

Vor der außerordentlichen Betriebsversammlung bei VW am Mittwoch (23. Juli) werfen Gewerkschafter Konzernchef Winterkorn "Panikmache" vor. Bild: VW


“Es reicht. Statt wieder nur die Belegschaft zu melken, sollte Martin Winterkorn endlich seine Hausaufgaben machen“, schießt Marc Lühring, VW-Betriebsrat in der Fraktion der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) und wittert hinter dem Vorgehen Winterkorns eine Zermürbungstaktik: “Erst ein Brief an das Management und ein großes Zeitungsinterview, dann am Mittwoch die erste außerordentliche Betriebsversammlung, die ich erlebe, und ich bin schon seit 1985 dabei – was soll denn das?“, fragt sich Lühring.
Wie der Gewerkschafter betont, stehe VW mit Blick auf die Ziele 2018 “sehr gut” da. Statt nun mit neuen Vorgaben zu kommen, solle das Management die drängendsten Aufgaben lösen. Dabei verweist Lühring auf immer höhere Arbeitsbelastungen und die Zweiklassengesellschaft zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitern.

Statt weiter an den Kostenschrauben zu drehen, sollten endlich die Engpässe in Rohbau und Lackiererei beseitigt werden. “Da hakt es im Management. Wenn wir könnten, wie wir wollen, müsste die Produktion nicht gedrosselt werden. Dann könnten wir Vollgas fahren und die Rendite steigern“, sagt Marc Lühring. „Stattdessen eine Betriebsversammlung. Das ist Panikmache.“

Winterkorn hatte sich vor einigen Tagen in einem vierseitigen Brandbrief an über 1.000 VW-Manager gewendet. In diesem hatte der Konzernchef große Defizite in der Umsetzung des Planes 2018 aufgelistet und gravierende Probleme bei den Produktanläufen auf dem Modularen Querbaukasten und insbesondere bei der Anlaufgeschwindigkeit neuer Modelle moniert. Zudem räumte er ein teils verfehlte Modellpolitik ein. Probleme hat VW mit der mageren Rendite von unter zwei Prozent bei der Kernmarke VW. Als Konsequenz will Winterkorn ein weitere milliardenschweres Sparprogramm umsetzen.

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Frank Volk