Great Wall Haval H6

Der Haval H6 ist das mit Abstand meistverkaufte Auto im Portfolio von Great Wall. Seit Tagen gibt es Spekulationen darüber, dass der chinesische Autobauer bei FCA einsteigen will. Bild: Great Wall

Die Aktie verliert am Montag (28. August) gegen den Markttrend 4 Prozent an Wert auf 10 Hongkong-Dollar. Der Hang-Seng-Index legt dagegen um 0,4 Prozent zu.

Ergebnisrückgang um 51 Prozent

Great Wall, die Interesse an einer Übernahme der Geländewagen-Marke Jeep von Fiat Chrysler hat, berichtete am Freitag nachbörslich einen Ergebnisrückgang um 51 Prozent auf 2,42 Milliarden Yuan, umgerechnet 304 Millionen Euro. Höhere Vertriebskosten und Verwaltungsaufwendungen belasteten das Unternehmen in den sechs Monaten. 

Die gesamten Betriebseinnahmen gingen unterdessen nur leicht auf 41,26 Milliarden von 41,67 Milliarden Yuan im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Eine Zwischendividende kündigte der Konzern mit Sitz in Baoding in der chinesischen Provinz Hebei nicht an.

Analysten des Finanzunternehmens Nomura erwarten für Great Wall Motors operativ nur eine schwache Erholung. Die Experten verweisen auf den fortwährenden Preis- und Margendruck. Zwar sollten die neuen Fahrzeugmodelle helfen, den Absatz zu steigern und die Marge zu verbessern. Doch die damit verbundenen zusätzlichen Marketingkosten und die steigenden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung dürften die Gewinnerholung langfristig bremsen, so Nomura. Außerdem kritisieren die Analysten, dass einige der neuen Modelle keine Produktdifferenzierungen aufwiesen, was zu einem Absatzrückgang führen könnte.

Spekulationen um Jeep-Übernahme abgekühlt

Great Wall Motors sorgte jüngst mit ihrem Interesse an Jeep für Schlagzeilen. Der SUV-Hersteller ist die wertvollste Marke von Fiat Chrysler. Der italienisch- amerikanische Autokonzern stellte vergangene Woche aber klar, dass bisher keine Interessenten an Unternehmensteilen noch am Konzern als Ganzes an sie herangetreten seien. Auch Great Wall ruderte nun zurück: In einer Mitteilung an die Börse Shanghai ist nun die Rede von einer „großer Unsicherheit“, ob man sich weiter mit FCA und einer möglichen Übernahme befasse. Auch heißt es da, dass man mit den bisherigen Bemühungen keinen Fortschritt erzielt habe und es keine Kontakte in der Sache zum FCA-Vorstand gäbe. Zuvor hatte es geheißen, man stünde bereits in Verhandlungen mit FCA.