Carlos Ghosn

Carlos Ghosn hat eine einfache Übernahme der japanischen Partner durch Renault ausgeschlossen. Bild: Renault-Nissan-Mitsubishi

| von Andreas Karius

Mit seiner Aussage schaffte Ghosn mehr Klarheit über die künftige Richtung der seit 19 Jahren währenden Allianz, die sich auf eine Zukunft ohne ihren Chefarchitekten vorbereitet. Ghosn, CEO von Renault und Chairman sowohl von Nissan als auch von Mitsubishi, sagte auf der Hauptversammlung von Mitsubishi: "Jeder, der Nissan und Mitsubishi Motors bittet, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Renault zu werden, hat keine Chance, ein Ergebnis zu bekommen.".

Nissans CEO Hiroto Saikawa hat sich gegen eine Fusion ausgesprochen. Er will, dass die Unternehmen unabhängig bleiben.

Die Allianz verdankt ihren Erfolg zu einem großen Teil Ghosn, der voraussichtlich 2022 sein Amt bei Renault aufgeben wird. Bis dahin will er die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi "unumkehrbar" machen. Die Unternehmen wollten nicht sagen, was nötig wäre, um dies zu erreichen. Aber es wird immer klarer, was sie nicht tun werden.

Mit den Bemerkungen vom Freitag (22. Juni) schloss Ghosn eine einfache Übernahme der japanischen Partner durch Renault aus. Unterdessen ist eine Fusion aufgrund der ablehnenden Haltung Saikawas schwierig. Er stützt sich auf Befürchtungen innerhalb von Nissan, dass eine Fusion von Arbeitnehmern abgelehnt würde.

Renault hält aktuell mehr als 43 Prozent an Nissan. Nissan ist ihrerseits mit 15 Prozent an Renault beteiligt, ein Ungleichgewicht, das die Tatsache widerspiegelt, dass Nissan bei der Gründung der Überkreuzbeteiligung vor dem Bankrott stand. Heute ist Nissan das profitablere Unternehmen der beiden. Mitsubishi trat der Allianz bei, nachdem Nissan sich 2016 mit 34 Prozent an dem Unternehmen beteiligt hatte.

Das Renault-Nissan-Beteiligungsmuster "stellt sicher, dass beide Partner ein gegenseitiges Eigeninteresse haben und ermutigt jeden dazu, 'Win-Win'-Strategien zu verfolgen, von denen beide profitieren", sagte ein Sprecher der Allianz und ergänzte, dass "alle Optionen für die Zukunft der Allianz noch auf dem Tisch liegen".

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