Dan Akerson

Für GM-Chef Dan Akerson sind die berichte über einen Verkauf der Opel-Tochter reine Spekulation. - Bild: GM

“Bei diesen Berichten handelt es sich um reine Spekulation”, sagte ein GM-Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Weiter wollte er das Thema nicht kommentieren. Ein klares Dementi hört sich anders an.

Auch der Wolfsburger Autobauer Volkswagen will sich nicht zu Medien-Spekulationen äußern, wonach VW als ein möglicher Käufer im Gespräch ist. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte am Donnerstag auf Anfrage, das Unternehmen werde die Berichte wie in solchen Fällen üblich nicht kommentieren. In Konzernkreisen hieß es, die Planspiele hätten auch Kopfschütteln ausgelöst.

“Auto Bild” und “Spiegel” hatten berichtet, GM-Manager seien zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfahre. Deshalb prüften sie, sich von den Töchtern zu trennen. Als mögliche Käufer wurden Volkswagen und chinesische Autobauer genannt.

An wen sollte Opel gehen?

Doch bei allen Spekulationen um einen Verkauf der GM-Tochter stellt sich die Frage: Wer sollte und könnte den Rüsselsheimer Autobauer kaufen? Ein möglicher Käufer Volkswagen würde am deutschen Wettbewerbsrecht scheitern, denn mit einer möglichen Fusion hätte man eine marktbeherrschende Stellung. Ein Verkauf nach China läge definitiv nicht im Interesse der amerikanischen Konzernmutter aus Detroit. Zum einen bekäme ein Käufer aus dem Reich der Mitte den schnellen Zugang zum deutschen und europäischen Markt, zum anderen würde man ein großes technisches Know-How mit einkaufen können.

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass Opel zum Verkauf steht. GM wollte die kriselnde Tochter 2009 schon einmal veräußern. Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna sollte bei Opel einsteigen. Doch im letzten Moment machte GM im November 2009 einen Rückzieher und kündigte stattdessen an, Opel selbst sanieren zu wollen.

dpa-AFX/Guido Kruschke