Mary Barra

“Zeit, redlich zu werden”. GM-Chefin Barra will den Kulturwandel. Wer nicht mitzieht, kann gehen. Bild: GM

Seit 10 Monaten ist Mary Barra im Amt, seit 10 Monaten ist sie aufgrund defekter Zündschlösser, die Auslöser für hunderte Unfälle mit mindestens 29 Todesopfern sein sollen, als Krisenmanagerin im Dauereinsatz. Offenbar ist die Managerin in dieser Zeit zur Überzeugung gelangt, dass die Unternehmenskultur bei dem US-Unternehmen einer der wesentlichen Gründe ist, dass die Affäre um den Verbau defekter Zündschlösser über Jahre vertuscht wurde und sich GM in der Konsequenz Milliardenklagen tausender Geschädigter gegenüber sieht. Im Gefolge des Zündschloss-Rückrufs hat Barra die Qualitätsprozesse bei dem Autobauer durchleuchten lassen, dabei auf ein in der Branche ungewöhnliches Maß Transparenz gesetzt und Aufklärung nicht nur versprochen, sondern auch umgesetzt. Folge: In diesem Jahr hat GM in 78 Aktionen über 30 Millionen Fahrzeuge zurück gerufen.

In dem Roundtable jetzt in Detroit hat Barra unterstrichen, dass es mit ihr eine Rückkehr zum Business-as-usual nach der gigantischen Rückrufwelle nicht geben wird. Das Traditionsunternehmen galt über Jahrzehnte als gegenüber der Öffentlichkeit verschlossen, behäbig und wer auf der Führungsebene von GM angekommen war, der konnte – unabhängig von seinem Wirken – ziemlich sicher sein, dass er dort auch in Rente gehen wird. Damit soll unter Mary Barra Schluss sein. Sie fordert den Wandel in der Unternehemenskultur, will hin zu einem offenen, transparenten Unternehmen und will Topmanager, die Verantwortung zeigen und die auch in der Krise offen agieren: “Es ist Zeit, redlich zu werden”, sagte sie in der 70-minütigen Runde mit den Journalisten. Ihre Forderung unterstrich Barra mit unmissverständlichen Worten. Managern, die ihrer Strategie nicht folgen wollen, empfahl sie, das Unternehmen zu verlassen.

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Frank Volk