Chevrolet Cruze TD-028

Chevrolet Cruze TD-028. Bild: GM

GM wies die Händler zuerst an, den Verkauf aller neuen oder gebrauchten Chevrolet-Cruze-Wagen aus den Jahren 2013 und 2014 einzustellen. Dann beschränkte der Autobauer die Anweisung auf rund 33.000 Fahrzeuge, die mit Airbag-Gasgeneratoren ausgestattet sein sollen, in die ein falsches Teil eingebaut worden sein soll. Dadurch könnte es zu einem Defekt kommen, der möglicherweise dazu führt, dass die Airbags auch ohne Unfall ausgelöst werden.

Alle anderen Fahrzeuge können von den Händlern weiterhin verkauft werden. Takata arbeitet bereits daran, fehlerhafte Airbags aufzuspüren, die zwischen 2000 und 2007 möglicherweise in Fahrzeugen sieben anderer Hersteller eingebaut wurden. Darauf hat sich der japanische Hersteller mit der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA geeinigt. Die Aufgabe dürfte nicht leicht werden, denn die Airbags von Takata wurden in Millionen von Fahrzeugen verwendet.

Takatas US-Tochter wollte sich dazu nicht äußern.

GM erklärte am Mittwoch, der Konzern arbeite mit der in Tokio ansässigen Takata an der Lösung des Problems. Der Autobauer aus Detroit hofft darauf, schnell mit den Reparaturen beginnen und alle Verkäufe seines Kassenschlagers wieder aufnehmen zu können, der ab rund 18.000 US-Dollar zu haben ist. Der Autobauer könnte wegen des Montageproblems gezwungen sein, einen Rückruf zu starten.

Der Cruze ist der Verkaufsschlager von GM in den USA. Die amerikanischen Händler verkauften in den vergangenen Monaten im Durchschnitt pro Tag 1.200 Neuwagen des Modells, wie aus Daten des Marktforschers Autodata Corp hervorgeht. GM verkauft den Cruze auch in China, Brasilien und anderen Märkten außerhalb der USA.

Seit 2009 mussten gut 10 Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit Airbag-Gasgeneratoren von Takata zurückgeführt werden. Der Automobilzulieferers weiß eigenen Angaben zufolge von sechs Vorfällen in den USA, in denen Airbags ohne Unfall ausgelöst wurden.

GM machte am Mittwoch zudem öffentlich, dass seine Mitarbeiter schon im Jahr 2004 ein Problem mit dem Zündschloss in seinen Kompaktwagen Chevrolet Cobalt und Saturn Ion ausgemacht und behoben hatten: Durch einen Defekt war es möglich, den Schlüssel abzuziehen, währen das Auto noch lief. Aber weder der Defekt noch seine Behebung waren damals den Bundesbehörden mitgeteilt worden. GM hatte die beiden Fahrzeugmodelle im April 2014 zurückgerufen.

Auch wegen des nicht erfolgten Rückrufs einiger Chevrolet-Impala-Modellen droht GM eine Strafe. Laut der Email eines Mitarbeiters, die vergangene Woche in einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Kongresses präsentiert wurde, wussten die Mitarbeiter des Konzern, dass ein Rütteln an der Zündung des Impala aus dem Baujahr 2006 das Fahrzeug während der Fahrt abwürgen konnte. Die Fahrzeuge wurden allerdings erst in diesem Monat zurückgerufen.

Laut Bundesgesetz müssen die Hersteller die Sicherheitsbehörden innerhalb von fünf Werktagen über mögliche Sicherheitsmängel informieren.

Im Zündschloss-Skandal hat sich GM bereits mit dem US-Verkehrsministerium geeinigt und die nach dem Gesetz höchstmögliche Strafe von 35 Millionen Dollar gezahlt. US-Abgeordnete drängen nun auf eine Gesetzesänderung, die der NHTSA erlauben würden, die Hersteller bei verzögerten Rückrufen wegen Sicherheitsmängeln mit Zivilstrafen von bis zu 300 Millionen Dollar zu belangen.

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Jeff Bennett, Dow Jones Newswires/ks