Nick Reilly: Beim Turnaround-Plan laufe es wie erwartet - für 2012 sehen wir sogar einen Gewinn. -

Nick Reilly: Beim Turnaround-Plan laufe es wie erwartet - für 2012 sehen wir sogar einen Gewinn. - Bild: Opel

Bisher hatte das Unternehmen für den europäischen Markt rund 18 Millionen verkaufte Einheiten erwartet. Wie GM-Europe-President Nick Reilly zu Dow Jones Newswires in einem Interview sagte, könnte das Wachstum in Russland und Deutschland die schwächere Nachfrage in Märkten wie Spanien oder Portugal voraussichtlich mehr als ausgleichen. 2011 erwartet man einen Absatz von leicht über 19 Millionen Einheiten.

GM Europe habe die interne Absatzprognose für dieses Jahr um etwa 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge erhöht, sagte Reilly. Das Wachstum in der Region bleibe allerdings je nach Land recht uneinheitlich. GM hatte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Millionen Fahrzeuge in Europa verkauft und will im laufenden Jahr zwischen 1,3 Millionen bis 1,4 Millionen Autos verkaufen.

Bessere Verkäufe würden GM Europe dabei helfen, den Turnaround-Plan erfolgreich abzuschließen. Ziele des Plans sind das Erreichen der Gewinnschwelle vor Restrukturierungskosten 2011 und ein Gewinn in kommenden Jahr.

Beim Turnaround-Plan laufe es wie erwartet, sagte Reilly. Die Umsätze würden sich etwas besser entwickeln als erwartet und die Kostenentwicklung entspreche den Planungen. Als größte Herausforderung bei der Restrukturierung in Europa dieses Jahr bezeichnete der Manager das Werk in Bochum, wo insgesamt etwa 1.200 Stellen gestrichen und das Getriebewerk geschlossen werden soll.

Reilly zufolge haben nicht genügend Mitarbeiter das freiwillige Abfindungsangebot angenommen oder es abgelehnt, in ein anderes Werk zu wechseln. Um die geplante Jobkürzung aber zu erreichen, habe man ein Schlichtungsverfahren eingeleitet. Dieses sollte laut Reilly im ersten Halbjahr abgeschlossen werden.

Detroit schaut genau hin

Der umfassende Turnaround-Plan wird von der Konzernmutter in Detroit genau beobachtet, da das Europageschäft die einzige Region ist, in der ein Verlust eingefahren wird und in der die Nachfrage nach Neuwagen und Lkw weitgehend unverändert erwartet wird. Der Aufschwung der Autoindustrie wurde in den vergangenen Monaten vorwiegend von dem Wachstum in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland getragen.

Reilly sagte, dass die Auswirkungen aus dem Erdbeben und der Atomkatastrophe in Japan für GM hinsichtlich möglicher Störungen in der Zulieferkette sowohl in Europa als auch weltweit bisher sehr begrenzt sind. Die Zulieferung von Autoteilen sei für mindestens drei bis vier Wochen gedeckt.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke