GM will im November an die Börse zurückkehren - mit einem relativ niedrigen Aktienpreis. ( Bild:

GM will im November an die Börse zurückkehren - mit einem relativ niedrigen Aktienpreis. ( Bild: GM)

Der US-Automobilkonzern General Motors will bei seiner im kommenden Monat geplanten Rückkehr an die Börse den Preis je Aktie laut Kreisen in einer Größenordnung um 20 USD festsetzen. Um dieses “verbraucherfreundliche” Preisniveau erreichen zu können, werden die zum Verkauf angebotenen Aktien gesplittet, sagten mit der Situation vertraute Personen. Unternehmen teilen die bei einem Börsengang angebotenen Aktien oft auf, um einen Preis im Gegensatz zu institutionellen Investoren für Normalverbraucher attraktiver zu machen.

Gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC äußerte sich GM-Chairman Ed Whitacre optimistisch über den geplanten Börsengang. “Wir werden einen erfolgreichen IPO haben, irgendwann im November”, sagte er. Whitacre erwartet, dass der Aktienpreis zwischen rund 20 USD bis 25 USD liegen wird.

Die US-Regierung will bei GMs Gang aufs Parkett nur einen Teil ihrer insgesamt 304 Millionen Aktien verkaufen. Später sollen dann weitere Anteile verkauft werden. Es könnte lange dauern, bis das Finanzministerium seine gesamte GM-Beteiligung veräußert hat, die sie nach der Rettung des Unternehmens 2009 übernommen hatte.

Mit einem niedrigeren Preis je Anteilsschein wollen GM und das Ministerium den Pool der Investoren vergrößern, schließlich planen sie einen IPO zu einer Zeit, in der die rasante Erholung der US-Automobilindustrie mögliche Interessenten abschrecken könnte. Zudem hat GM ein Programm aufgelegt, um ihren Mitarbeitern, Händlern und Pensionären in den USA und Kanada über ein Online-System den Kauf von Aktien zum Anfangskurs zu ermöglichen. Die Minimal-Investition soll voraussichtlich 1.000 USD betragen.

Von dem Börsengang wird erwartet, dass er die Nachfrage von institutionellen Investoren wie Pensionsfonds auf sich zieht, zumal sich die Perspektive des einst größten Automobilherstellers der Welt verbessert haben. In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres hat sich GM von den Verlusten des Vorjahres erholt und Gewinne ausgewiesen.

Die Unterzeichner der Transaktion drängen das US-Finanzministerium dazu, mehr Aktien mit einem größeren Abschlag zu verkaufen, um das Angebot zu erhöhen. Im Gegensatz zu einem konventionellen Mehrheitseigentümer könnte die Regierung mit einem zu niedrigen Aktienpreis jedoch Schiffbruch erleiden. Die Entscheidung könnte als Zeichen gewertet werden, aus dem mit Steuergeldern geretteten Unternehmen mit einem Verlust auszusteigen.

Das Ministerium hat die Praktiken eines Börsengangs ohnehin schon beschnitten, in dem es das Werben um ausländische Investoren wie Staatsfonds und ausländische Regierungen unterband. Auf diese Weise will die Behörde dem möglichen Vorwurf entgegnen, eine nationale Ikone wie GM ans Ausland zu verkaufen.

Der Kurs der GM-Aktie wird beim Börsengang voraussichtlich unter das Niveau sinken, das die Regierung benötigt, um mit einer schwarzen Null aus dem Unternehmen auszusteigen, sagten mit der Situation vertraute Personen. Sollte sich die Wirtschaft jedoch weiter erholen und der Aktienpreis bei Folgeangeboten steigen, könnte die Regierung vielleicht doch noch ohne Verluste dastehen, sagte die Informanten weiter.

Dow Jones Newswires