GM, Renaissance Center, Detroit, General Motors

Im aktuellen Bericht zum Zündschloss-Rückruf, der am Montag (15. Dezember) im GM-Hauptquartier vorgelegt wurde, ist jetzt von 42 Todesopfern die Rede. Bild: GM

Im Schatten des skandalträchtigen Millionenrückrufs des japanischen Airbag-Herstellers Takata war es in den vergangenen Wochen ruhig geworden um den noch größeren Rückruf, ausgelöst durch den Verbau defekter Zündschlösser beim US-Autobauer General Motors (GM). Nun ist das Thema um so greller auf die Tagesordnung zurück gekehrt: GM hat jetzt eingeräumt, dass bei Unfällen im Zusammenhang mit defekten Zündschlössern mindestens 42 Menschen getötet wurden. Das teilte am Montag (15. Dezember) der Anwalt Kenneth Feinberg mit, der einen von GM eingerichteten Entschädigungsfonds verwaltet. Insgesamt seien seit August 251 Anträge eingegangen, in denen Schadenersatz wegen tödlicher Unfälle geltend gemacht worden sei. Davon würden derzeit noch 34 Fälle geprüft. Anfänglich hatte der Konzern nur 13 Todesfälle anerkannt.

GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar (gut 800.000 Euro), für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300.000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Die Gesamtzahl der Anträge auf Schadensersatz liegt aktuell bei 2.326. Die Frist für Antragssteller läuft nach einer Verlängerung Ende Januar ab.

General Motors musste Anfang des Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems über Jahre verschleiert zu haben.

Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert. Auch das Justizministerium untersucht das Vorgehen des größten Autokonzerns der USA.

Als Reaktion auf die Affäre veranlasste die Konzernchefin Mary Barra eine Überprüfung und Erneuerung der Qualitätsprozesse bei allen GM-Marken. Resultat ist eine bislang nicht dagewesene Rückrufwelle von weltweit mehr als 30 Millionen Fahrzeugen des Konzerns.

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Frank Volk