GM_Chevrolet_Bolt_Elektromobilitaet

GM hat jetzt im Werk Orion die Vorserienfertigung des Chevrolet Bolt gestartet. Bild: Chevrolet

In der Automobilindustrie wird mit Blick auf besonders wichtige Fahrzeuge gerne von „Mindchangern“ gesprochen, als Autos, die von grundsätzlicher Bedeutung sind. Gehalten wird dieses Versprechen eher selten. Zwei Autos, die aber tatsächlich das Zeug haben, Meilensteine in der Mobilitätsentwicklung zu setzen, liefern sich gerade ein Fernduell: mit dem Tesla Model 3 und dem Chevrolet Bolt laufen heiße Vorbereitungsphase auf zwei Autos, die für den Durchbruch der Elektromobilität im Massenmarkt von entscheidender Bedeutung sein können. Beide Modelle sind in der Mittelklasse angesiedelt. Entscheidender Unterschied auch beispielsweise zum BMW i3: mit Preisen zwischen 30.000 und 35.000 US-Dollar und Reichweiten von jeweils über 300 Kilometers, sind beide Fahrzeuge von der Reichweite alltagstauglich und das zu einem vertretbaren Preis.

Fernduell der E-Hoffnungsträger

Dabei ist GM mit dem Chevrolet Bolt, der 2017 als Opel Ampera E nach Europa kommen soll, einen Schritt voraus – genauer gesagt ein Jahr. Während Tesla derzeit den Spannungsbogen auf die Vorstellung des Model 3 am 31. März hochfährt und im Netz die Autogemeinde mit Häppchen auf sein erstes Volumenmodell anfüttert, hat Chevrolet im GM-Werk Orion/ Michigan die Vorserienfertigung des Stromers gestartet. Man befinde sich in einer weiteren wichtigen Phase bei der Entwicklung des Autos, hieß es von GM. Nachdem die bisherigen Bolt-Modelle in Einzelfertigung von Hand hergestellt wurden, geht es nun ans Feintuning der Serienproduktion. Der eigentliche Produktionsstart soll im Herbst 2016 erfolgen. Tesla seinerseits hat die Serienfertigung des Model 3 für Ende 2017 adressiert.

Schien es lange so, als habe Tesla mit seinem relativ günstigen Model 3 die Nase vorn bei Mittelklasse-Stromern, ist GM mit dem Bolt vorbei gezogen. Hält das Fahrzeug in der Endfassung, was erste Tests andeuteten, dann könnte der US-Hersteller vor einem großen Wurf stehen. So lag die Reichweite bei Tests auf der Straße bei rund 320 Kilometern. Das ist auch das Niveau, das Tesla anpeilt.

Unklar ist bei beiden Fahrzeugen allerdings noch die Preissituation, speziell mit Blick auf Europa. In den USA soll der Bolt bei etwa 30.000 US-Dollar liegen, das allerdings nach Abzug einer steuerlichen Förderung in Höhe von rund 7.500 US-Dollar. Das Model 3 soll etwas günstiger sein.

BMW in Zugzwang

Durch die Aktivitäten von GM und Tesla gerät BMW in Zugzwang. So haben die Bayern für den  ähnlich großen, aber deutlich teureren i3 für das zweite Halbjahr 2016 eine um 50 Prozent erhöhte Reichweite angekündigt. Damit kommt der BMW-Stromer im realen Betrieb aber immer noch erst auf eine Reichweite von 200 Kilometern.