GM_Mary Barra_Indien

Erst vor wenigen Monaten verkündete GM-Chefin Mary Barra (links; im Bild mit Vize Mark Reuss) eine Milliardeninvestition in Indien an. Jetzt hat der Autobauer die Pläne auf Eis gelegt. Bild: GM

Vor einem knappen Jahr rollte GM-Chefin Mary Barra den ganz großen Investitionsplan für die Entwicklungsmärkte aus. Eine zentrale Rolle dabei sollte Indien spielen. Rund eine Milliarde wollte der Autobauer in den Aufbau seiner neuen Global Emerging Market Plattform investieren. Daraus wird vorerst nichts.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat General Motors hat sein Milliardeninvestment auf Eis gelegt. Die Entscheidung zum Großinvestment in Indien sei basierend auf einem erwarteten Produktportolio gefallen, zitiert die Nachrichtenagentur den Marketingchef von GM Indien, Jack Uppal. Seither habe sich am Markt viel geändert. Damit gemeint ist zum einen der Trend zu SUVs, vor allem aber die wachsende Unsicherheit um die Zukunft des Diesel. Nachdem einige Großstadtregionen Fahrverbote für den Selbstzünder ausgesprochen und  Subventionen gestrichen wurden, sind die Zulassungszahlen für den Diesel massiv eingebrochen.  

Vor diesem Hintergrund führe man eine umfassende Überprüfung der künftigen Modellpalette in Indien durch, sagte eine Sprecherin. Wie es mit dem Investitionsplan weiter geht, ist völlig offen. Die Absatzzahlen von GM in Indien sind schwach, die Landesgesellschaft gilt als hoch defizitär, das Werk in Gujarat als veraltet. Aktuell steuert man auf das fünfte Minusjahr in Folge zu.

Auch Ford und FCA prüfen Investments

Aber nicht nur bei GM nimmt man die Pläne auf dem Subkontinent unter die Lupe. Auch bei Ford und Fiat-Chrysler stehen die Investitionspläne auf dem Prüfstand, berichtet Economic Times. Im Lager der GM-Konkurrenz zeigt man sich verunsichert über das massive Vorgehen der Regulierungsbehörden gegenüber dem Diesel. Laut der Wirtschaftszeitung hat Ford inzwischen den Plan fallen gelassen, eine Plattform für lokal entwickelte Autos in Chennai einzurichten.