Düstere Zeiten bei GM: In den USA plagt der Rückruf, in Brasilien die schlechte Marktlage. Bild:

Düstere Zeiten bei GM: In den USA plagt der Rückruf, in Brasilien die schlechte Marktlage. Bild: GM

Nach dem schlechten vierten Quartal 2013 und dem schwachen Start 2014 mit einem Minus im März von 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hat GM die Reißleine gezogen und einen Produktionsstopp im Werk in Sao Caetano do Sul angekündigt. Bereits im Januar hatte der US-Autobauer in Sao Jose dos Campos 1.000 Mitarbeiter entlassen. GM begründete die Maßnahme damit, dass in dem Werk mehrere ältere Automodelle nicht mehr rentabel produziert werden können.

Der Produktionsstopp in Sao Caetano do Sul hat auch teilweise mit dem Modell-Veteran zu tun: in dem Werk wurde bis vor kurzem noch der Corsa B gebaut, der in Brasilien unter dem Chevrolet Label verkauft wurde. Noch im vergangenen Jahr wurden von dem Modell 40.000 Stück verkauft. 2013 wurden in dem Werk, dessen wichtigste Modelle der Chevrolet Cruze, Chevrolet Cobalt und der Chevrolet Montana (dabei handelt es sich um die die Pickup-Version des Corsa) sind, knapp 267.000 Autos gebaut, in diesem Jahr rechnet das Prognoseinstitut IHS Automotive mit einem Rückgang auf knapp 223.000 Einheiten.

Kein Einfluss auf Investitionspläne

Laut GM beschränke sich der Produktionsstopp auf dieses Werk, weitere seien nicht betroffen. Auch habe die schwache Marktverfassung keinen Einfluss auf die geplanten Investitionen in Brasilien.

Ebenfalls auf die Produktionsbremse in Brasilien steht der Nutzfahrzeug-Hersteller MAN, nachdem in diesem Jahr der Absatz von mittleren und schweren um 11,2 Prozent abgerutscht ist. Der Truck-Produzent stellt in Brasilien Lkw der Marken MAN und VW her, im vergangenen Jahr waren es laut IHS 65.636 Fahrzeuge. Angesichts der anhaltenden Marktschwäche wolle MAN nun die Produktion in einer Größenordnung von 20 Prozent reduzieren.

Besserung für den brasilianischen Markt ist nicht in Sicht. Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von etwa 1,5 Prozent seien keine wesentlichen Impulse für den Fahrzeugmarkt zu erwarten, meint IHS. Dabei hat das Minus in zumindest einem Punkt auch eine positive Ursache: Neuwagen in Brasilien sind unter anderem deshalb teurer geworden, weil die Sicherheitsstandards erhöht wurden. Nachteil: Das Sicherheitsplus sorgt für höhere Preise.

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Frank Volk