GM, Renaissance Center, Detroit, General Motors

Frühestens ab 1. August sollen Geschädigte ihre Ansprüche bei GM einreichen können, um dann aus einem Fonds entschädigt werden zu können.

Der Fonds soll von Kenneth Feinberg verwaltet werden, der bereits die Abfindungen der Opfer des Terroranschlags vom 11. September 2001 geregelt hat. Er soll frühstens in der kommenden Woche die Details des Fonds erklären. Wie viel Geld er insgesamt über den Fonds auszahlen könnte, steht laut GM noch nicht fest.

Der Hintergrund: General Motors ruft seit Monaten massenhaft Fahrzeuge in die Werkstätten zurück, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann etwa dazu führen, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffnen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits ab dem Jahr 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern.

Auf das Unternehmen könnten deshalb Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen. Diesen Forderungen will GM nun offenbar teilweise aus dem Weg gehen. Denn die Familien der Geschädigten, die eine Zahlung aus dem Fonds annehmen, würden gleichzeitig auf ihr Klagerecht gegen den Autobauer verzichten. Diejenigen, die sich auf den Deal nicht einlassen, müssen versuchen, ihren Schadensersatz vor Gericht zu erstreiten.

General Motors hat dabei jedoch einen Vorteil. Der Konzern ist für Ansprüche aus Unfällen, Verletzungen oder Todesfällen, die vor dem 1. Juni 2009 passiert sind, geschützt. Denn als GM 2009 während der Finanzkrise in Schieflage geriet, sprang die Regierung ein. Diese staatlich finanzierte Insolvenz sichert den Konzern nun vor Produkthaftungsklagen ab.

Zuletzt hatte sich deshalb sogar GM-Chefin Mary Barra vor einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses für das Missmanagement beim Rückruf älterer Fahrzeugmodelle verantworten müssen. Während der Anhörung sagte sie, dass alle Entscheidungen bezüglich der Abfindungen in der Hand von Feinberg liegen würden und dass GM nicht plane, die Abfindungen zu deckeln.

“Er wird völlig unabhängig sein. Aber ich denke, es ist wichtig zu sagen, dass GM mit diesem Programm jeden erreichen will, der einen geliebten Menschen verloren hat oder schlimme Verletzungen durch dieses Problem erlitten hat”, sagte Barra. Und weiter: “Das haben wir auch Herrn Feinberg gesagt”.

Geschädigte können ihre Ansprüche frühestens ab 1. August bei GM einreichen. Feinberg wird danach alles regeln, auch die mögliche finanzielle Abfindung. Laut der Insider wird Feinberg dabei möglichst schnell handeln und die Abfindungen innerhalb von 60 bis 90 Tagen auszahlen wollen.

Laut GMs bisheriger Aussagen weiß der Konzern von 13 getöteten Unfallopfern, bei denen der Airbag aufgrund des defekten Zündschlosses nicht ausgelöst worden war.

Jeff Bennett, Dow Jones Newswires/ks

Alle Beiträge zu den Stichwörtern General Motors Opel