Opel Bochum breit

Die Sonderbelastungen durch die Schließung des Opel-Werks in Bochum trüben die Bilanz des Herstellers im zweiten Quartal. Die Rüsselheimer kommen aber bei ihren Sanierungsanstrengungen sichtbar voran. Bild: dpa


Die Börse reagierte einigermaßen unaufgeregt auf die Zahlen, denn: die Sonderbelastungen für den Opferfonds heraus gerechnet, erfüllte GM mit einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 1,39 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Analysten. Diese warnen allerdings, dass die Belastungen durch den Verbau defekter Zündschlösser, die bei dem US-Hersteller eine Rückrufwelle mit inzwischen fast 30 Millionen Fahrzeugen auslöste, längst nicht ausgestanden seien. Durch Mängel an Zündschlössern, die von GM jahrelang vertuscht wurden, kam es zu einer Vielzahl Unfälle mit mindestens 13 Toten. Derzeit laufen in den USA Vorbereitungen für eine ganze Reihe Sammelklagen gegen den Hersteller.

Vor diesem Hintergrund kommen im zweiten Quartal die positiven Nachrichten aus Europa. Dort kämpft sich Opel langsam aus der Krise. Zwar schrieb GM in Europa ein operatives Minus von rund 305 Millionen Dollar (226 Mio Euro), wie GM am Donnerstag in Detroit berichtete. Davon seien aber zwei Drittel auf Sonderkosten für die Abwicklung des Bochumer Werks zurückzuführen. Bei Umsatz und Absatz legte Opel hingegen zu. Im Vorjahreszeitraum hatte GM in Europa – damals noch mit Chevrolet, die inzwischen weitgehend vom Markt sind – noch einen Verlust von 114 Millionen Dollar ausgewiesen.

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Frank Volk/dpa