Auf der Kostenseite machten sich die im letzten Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen weiter positiv bemerkbar. Das operative Ergebnis (EBIT) des Grammer-Konzerns in den ersten neun Monaten lag bei 23,0 Millionen Euro (Vj. -24,7). Gegenüber den hohen Verlusten im Vorjahr bedeutete dies eine Ergebnisverbesserung von fast 50 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern lag im 9-Monatszeitraum 2010 bei 13,6 Millionen Euro (Vj. 30,5). Nach Steuern erwirtschaftete der Grammer-Konzern 8,9 Millionen Euro (Vj. -31,2).

Mit Blick auf das dritte Quartal 2010 konnte Grammer an die Absatzsteigerungen des zweiten Quartals anknüpfen. Der Konzernumsatz des Unternehmens legte im Zeitraum von Juli bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31,5 % auf 232,5 Millionen Euro zu (Vj. 176,8 ). Zugleich konnte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 8,1 Millionen Euro gesteigert werden. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Plus von 13,3 Millionen EUR. Belastet durch Bewertungseinflüsse im Finanzergebnis in diesem Quartal konnte das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,7 Millionen EUR auf 2,6 Millionen Euro zulegen (Q3 09: -8,1).

Die positiven Entwicklungen beim Umsatz und Ergebnis bestätigen, dass sowohl die getroffenen Maßnahmen zur Kostensenkung und Prozessoptimierung, als auch die strategische Weiterentwicklung des Produktportfolios richtig waren.

Umsatz- und Ergebnisverbesserungen in beiden Segmenten

Das Wachstum des laufenden Jahres wurde von beiden Segmenten getragen. Während der ersten neun Monate erreichte der Automotive Bereich ein Umsatzvolumen von 443,9 Millionen Euro (Vj. 345,9). Dies entspricht einem Zuwachs von 28,3 %. Das Wachstum kam hauptsächlich aus den Neuanläufen und der steigenden Nachfrage aus dem Ausland nach Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse unserer Kunden. Aufgrund der Anpassungsmaßnahmen konnte im Zeitraum Januar bis September 2010 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 15,0 Millionen Euro erwirtschaftet werden (Vj. -8,3). Auf Quartalssicht stieg der Umsatz im Segment Automotive auf 147,7 Millionen Euro (Vj. 124,4). Das Segment-EBIT lag im dritten Quartal bei 4,9 Millionen Euro (Vj. 0,8).

Im Bereich Seating Systems konnte der Umsatz zwischen Januar und September um 35,6 % auf 249,1 Millionen Euro (Vj. 183,7) gesteigert werden. Vor allem positive Auftragseingänge im Lkw-Geschäft in Brasilien und eine anziehende Offroad-Nachfrage in Europa trugen zu dieser Entwicklung bei. Auch in diesem Bereich machen sich die Strukturmaßnahmen weiter positiv bemerkbar. Nach hohen Verlusten im vergangenen Jahr, konnte in den ersten neuen Monaten des aktuellen Geschäftsjahres ein operativer Gewinn von 12,0 Millionen Euro erzielt werden (Vj. -8,1). Im dritten Quartal erhöhte sich der Umsatz von 57,8 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 89,5 Millionen Euro. Dies bedeutet eine Steigerung um 54,8 % gegenüber dem schwachen Vorjahr. Das Segment-EBIT erreicht im dritten Quartal 5,2 Millionen Euro. Dies bedeutete eine EBIT-Verbesserung um 9,1 Millionen Euro.

Wachstum in allen Regionen

Das Umsatzwachstum hat in allen Regionen stattgefunden. Die Region Übersee und der Ferne Osten/Rest konnten jeweils ein Umsatzplus von 71 % verbuchen. In Europa konnte die Grammer AG den Konzernumsatz um 15 % steigern.

Investitionen für neue Produkte weiter forciert

Von Januar bis September 2010 wurden in beiden Bereichen des Unternehmens insgesamt 21,5 Millionen Euro investiert. Im Automotive Bereich waren es 13,7 Millionen Euro (Vj. 13,6). Die Investitionen flossen vor allem in den Aufbau der Fertigungskapazitäten in Schmölln (Deutschland) und Mexiko. Im Bereich Seating Systems wurden 7,7 Millionen Euro (Vj. 6,0) investiert. Die Mittel wurden überwiegend für den Aufbau der Produktion für die neue Lkw-Sitzgeneration aufgewendet.

Mitarbeiterzahl gestiegen

Im Segment Automotive wurde vor allem in den ausländischen Werken mit dem Konjunkturanstieg und den neu anlaufenden Projekten wieder Personal im Bereich der direkten Mitarbeiter aufgebaut. Speziell an den Standorten in China, Mexiko und Serbien wurden durch die Anläufe und den Umsatzanstieg Mitarbeiter eingestellt. Zum Stichtag 30. September 2010 beschäftigte Grammer weltweit 7.904 Mitarbeiter (Vj. 7.265).

Eigenkapital weiter gestärkt

Durch die positiven Ergebnisse in den ersten neuen Monaten konnte das Eigenkapital zum 30.09.2010 auf 164,5 Millionen Euro gesteigert werden. Aufgrund der höheren Bilanzsumme blieb die Eigenkapitalquote mit 29 % nahezu unverändert (Vj. 30).

Bestärkt durch das außerordentlich positive dritte Quartal 2010 geht das Unternehmen davon aus, dass sich die Entwicklung der ersten neun Monate des Jahres 2010 auch im vierten Quartal 2010 fortsetzen wird. Bereits Anfang Oktober hatte Grammer die Prognose für das Jahr 2010 zum zweiten Mal nach oben korrigiert.

Ausblick für das Gesamtjahr 2010

Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2010 einen Umsatzanstieg von rund 20 % gegenüber dem Vorjahr (2009: 727,4 Millionen Euro). Die Rendite für das operative Ergebnis (EBIT) wird sich unter Voraussetzung einer stabilen Markt- und Währungsentwicklung auf 3,2 % bis 3,5 % im Gesamtjahr 2010 belaufen.