VW Wolfsburg

Der VW-Konzern ist infolge des Abgas-Skandals ins Fadenkreuz der Großanleger geraten. Bild: Volkswagen

Einen entsprechenden Bericht von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR bestätigte der Tübinger Rechtsanwalt Andreas Tilp. Schon zuvor gab es allerdings dutzende vergleichbarer Klagen.

Bei den Vorwürfen geht es darum, ob der Konzern seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nachgekommen ist. VW hatte erst Tage, nachdem die US-Umweltbehörde EPA ihre Betrugs-Vorwürfe am 18. September öffentlich machte, über drohende finanzielle Konsequenzen informiert. Volkswagen bekräftige mehrfach seine Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.

Tilp vertritt die Investoren vor dem Landgericht Braunschweig. Bei den Klägern handelt es sich um Anleger, die ab Mitte 2008 VW-Aktien gekauft haben - darunter der größte US-Pensionsfonds Calpers und die Sparkassen-Fondstochter Deka.

Ausgleich für Kursverluste

Sie fordern einen Ausgleich für die hohen Kursverluste, die sie im Zuge der Affäre um manipulierte Emissionswerte erlitten haben. Laut Tilp wollen sich noch diverse andere Investoren der Klage anschließen. "Das ist erst der Anfang", sagte der Anwalt. Über ein Konsortium mehrerer Gesellschaften, das die Prozesskosten finanziert, plane Tilp vor einer drohenden Verjährung im September 2016 noch weitere Klagen für mehr als 20 Großanleger. Diese Aktionäre dürften noch einmal deutlich mehr als eine Milliarde Euro an Schadensersatz fordern. Eine Allianz-Tochter sei bereits unter den Klägern.

Ein Sprecher der Vermögensverwaltung Allianz Global Investors (AGI) hatte vor einigen Tagen gesagt, man müsse prüfen, "ob unsere Anleger geschädigt worden sind und wir dann dementsprechend Schritte einleiten". Die AGI hält 0,06 Prozent an dem Wolfsburger Autokonzern.

Der kalifornische Lehrer-Pensionsfonds CalSTRS hatte bereits Anfang März angekündigt, vor deutschen Gerichten um Schadensersatz streiten zu wollen.