Halewood Fertigung breit

Der Land Rover Evoque geht als erste Modell im neuen Werk in China vom Band. Die Fertigung dort wurde streng nach dem Vorbild des Stammwerks Halewood (Bild) aufgebaut. Bild: JLR

Die Fabrik in Changshu wurde nach dem Vorbild der JLR-Produktion im englischen Halewood errichtet, welche den J.D. Power European Gold Plant Award erhielt und als eine der modernsten Fabriken Europas gilt.

“Chery Jaguar Land Rover machen sich auf den Weg, um sich unter den führenden Premiummarken in China zu etablieren”, kündigt Chris Bryant, der Chef des Joint Ventures an. In der ersten Jahreshälfte verkaufte die britische Marke weltweit 62.479 Autos; 48 Prozent davon gingen an Kundschaft in China.

Jaguar Land Rover ist die vierte Premiummarke – neben Audi, BMW und Mercedes-Benz – die nun in China eine lokale Produktion betreibt. Das Joint Venture investierte knapp 11 Milliarden Yuan (umgerechnet etwa 1,78 Milliarden US-Dollar) in das Werk in Changshu, wo Fahrzeuge und Motoren produziert werden. Die geplante Produktionskapazität beträgt nach Auskunft von Bryant zunächst 130.000 Einheiten pro Jahr. Neben der Produktion wurde auch ein state-of-the-art Entwicklungszentrum errichtet.

Damit betreibt Jaguar Land Rover (JLR) nun die Fahrzeug-Werke in Solihul, Castle Bromwich und Halewood in England, sowie das Werk in Changsha, China. Nur wenige Tage nach den Feierlichkeiten in China weiht JLR am 30. Oktober sein neues Motorenwerk in Wolverhampton, UK, ein. Dort wird die neue Vierzylinder-Motorenbaureihe mit dem lateinischen Wort für “Motor” – Ingenium – produziert. Mit einem Investment von umgerechnet 630 Millionen Euro läuft in Wolverhampton bei voller Auslastung alle 36 Sekunden ein neues Aggregat vom Band. Die Produktion ist voll flexibel und fertigt künftig Benzin- und Dieselmotoren in Reihenfolge der Kundenbestellungen.

Nach einem Bericht der China Daily plant Jaguar Land Rover weitere 5,6 Milliarden US-Dollar in die Produktentwicklung weiterer Modelle und neue Projekte zu investieren. Erklärtes Ziel von JLR sei, bis 2016 das bestehende Händlernetz von 2.520 Betrieben weltweit um ein Viertel auf insgesamt 3.100 Händler auszuweiten. In China ist die Anhebung der Händlerschaft von 150 auf 200 Betriebe geplant. Laut Danella Bagnell, Vehicle Architecture Planning Director bei JLR, sind 50 neue Fahrzeuge oder Facelifts in den kommenden fünf Jahren geplant.

Zur Rolle von Chery im Joint Venture gab Zhang Meng, Business Office Director von Chery Jaguar Land Rover, offen zu: „In der Anfangsphase ist Chery ganz einfach ein Investor“. Die Produktion in China folge allen Produktions- und Qualitätsstandards der britischen Marke. Chery zählt unter den chinesischen Marken zu den ambitioniertesten. Chery arbeitet übrigens auch mit Qoros zusammen.

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Aus Changshu berichtet Bettina Mayer