VW China breit

Die Lage am chinesischen Automarkt wird bei Großunternehmen kritischer eingestuft als bei kleineren Unternehmen. Das geht aus einer Befragung bei Kloepfel Consulting hervor. Archivbild: dpa

Das Ergebnis der Blitzumfrage unter 47 Einkaufsmanagern und Geschäftsführern aus der Automotive-Branche zu ihrer Einschätzung über die aktuelle Absatzflaute in China und den möglichen Folgen für die deutsche Konjunktur ergab, dass fast die Hälfte die aktuellen Turbulenzen als nicht besorgniserregend beurteilen. 45 Prozent der befragten Manager blicken optimistisch auf die kommenden Monate. Jedoch ist auch über ein Drittel der Meinung, dass die wirtschaftliche Zukunft ihres Unternehmens für die kommenden Monate als mäßig eingestuft werden muss. „Als schlecht bewertet jeder fünfte Manager die wirtschaftliche Perspektive seines Unternehmens.

Die Manager von Unternehmen mit einem Umsatz von über 1 Mrd. Euro pro Jahr schätzen die Lage ihres Konzerns durchweg als mäßig bis schlecht ein“, war ein Fazit der Erhebung der Unternehmensberatung Kloepfel Consulting in Düsseldorf. Allerdings sind etwas mehr als die Hälfte der Befragten sicher, dass sich durch die angespannte Wirtschaftslage in Fernost die Konjunkturlage hierzulande nicht mehr so rosig darstellt. “Manager der ganz großen Unternehmen sind in diesem Punkt geteilter Meinung. Die eine Hälfte hegt noch Hoffnungen und beantwortet die Frage mit vielleicht, die andere Hälfte glaubt an negative Auswirkungen für die deutsche Konjunktur“, kommentieren die Autoren der Studie ein weiteres Ergebnis.

Teilgenommen haben 64 Prozent Fach- und Führungskräfte aus dem Einkauf, 27 Prozent Geschäftsführer und 9 Prozent waren Manager anderer Abteilungen. 18 Prozent der Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz unter 10 Mio. Euro. 64 Prozent machen einen Umsatz von 10 bis 500 Mio. Euro. Unternehmen zwischen 500 und 1.000 Mio. Euro waren nicht vertreten und 18 Prozent der Manager kamen aus Unternehmen über 1.000 Mio. Euro.

Analysten selbst schätzen die Lage als Normalisierung ein. “Zwischen 2000 und 2014 wuchs der Pkw-Absatz in China um durchschnittlich 27,5 Prozent – pro Jahr. Seit einigen Monaten zeichne sich jedoch ein Ende der hohen Dynamik ab; von Mai bis Juli 2015 lagen die Pkw-Verkäufe sogar um 1,3 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau“, kommentiert Eric Heymann von der Deutschen Bank. Und das künftige Absatzniveau wird sich auf ein normales Niveau bewegen: „Die durchschnittliche Wachstumsrate der Autonachfrage in China dürfte in den nächsten Jahren deutlich auf ein einstelliges Niveau fallen. Dies ist ein Schritt in Richtung „Normalität“. Die erwartete geringere Dynamik bei der Pkw-Nachfrage – gepaart mit vorerst wachsenden Produktionskapazitäten vor Ort – sollte dazu führen, dass der Preis- und Wettbewerbsdruck im chinesischen Automarkt weiter zunimmt. Einer solchen Entwicklung werden sich die deutschen Hersteller im Premium-Segment nicht vollständig entziehen können.“

Alle Beiträge zu den Stichwörtern China Befragung

Christiane Habrich-Böcker