VW Cross Blue

Er soll VW in den USA endlich wieder zum Aufschwung verhelfen: Das Midsize-SUV Cross Blue. Bild: Volkswagen

Die Affäre um manipulierte Emissionswerte hätte laut den Marktbeobachtern von IHS Automotive eigentlich auf dem Heimatkontinent Europa die VW-Gruppe am härtesten treffen müssen. Doch in Europa hat der Volkswagen Konzern im Februar 312.000 Neufahrzeuge verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei konnten vor allem im Heimatmarkt Deutschland (+7,7 Prozent) und den südeuropäischen Märkten starke Impulse verzeichnet werden. Angesichts der aktuellen Zahlen könne also hier von einer Krise nicht die Rede sein, heißt aus Analysten-Kreisen.

Anders die Lage in den USA. Hier brach der Kernmarke VW im vergangenen Monat der Absatz um 13,2 Prozent ein. Nur noch 22.300 Autos setzten die Wolfsburger ab. Einerseits sei sicherlich das Dieselgate als Grund für den Rückgang der Verkaufszahlen anzuführen. Das Analyse-Institut IHS gibt jedoch zu bedenken, dass das aktuelle Absatzergebnis schlicht und einfach nur eine Folge auslaufender Modellzyklen der wichtigen Modelle Passat und Jetta sein könnte.

Cross Blue kommt Ende 2016

Darüber hinaus leidet VW nach wie vor unter dem altbekannten Problem, kein Midsize-SUV im Angebotsportfolio zu haben. Andere Hersteller fahren unterdessen in diesem so wichtigen Segment für den US-Markt von Rekordabsatz zu Rekordabsatz. Abhilfe soll Ende 2016 endlich der Cross Blue bringen. Die Produktion des neuen Midsize-SUV soll Ende 2016 in Chattanooga anlaufen. Das Unternehmen will dazu allein im Bundesstaat Tennessee 600 Millionen Dollar  investieren und 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze in den USA schaffen. 

Doch nicht nur in den Vereinigten Staaten hatten die Wolfsburger im Februar mit einem miesen Verkaufsergebnis zu hadern. In China ging der Absatz des Gesamtkonzerns um 1,8 Prozent zurück. Als Ursache dafür sehen die Marktbeobachter jedoch nicht den Abgas-Skandal, sondern die mehrtägigen Feiern infolge des chinesischen Neujahrsfests. In dieser Zeit tut sich traditionell auf dem Automarkt nur wenig. Das im Verhältnis zum Februar 2015 schlechtere Ergebnis kommt dadurch zustande, weil die Neujahrsfeiern des vergangenen Jahres im Januar stattfanden.

Probleme in Russland und Brasilien

Probleme hatte die Volkswagen-Gruppe insbesondere auch auf dem russischen (-17 Prozent) und dem brasilianischen Markt (-36 Prozent). Hier ist aber jeweils die allgemein vorherrschende Wirtschaftskrise schuld am Absatzabsturz. So leiden bis auf wenige Ausnahmen alle Hersteller in den beiden Ländern unter sinkenden Verkaufszahlen.

Für das Gesamtjahr 2016 prognostizieren die Marktbeobachter von IHS Automotive, dass der VW-Konzern über alle Marken hinweg 9,73 Millionen Autos weltweit verkaufen wird. Das entspräche einem Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Absatzergebnis aus dem Jahr 2015.