Ulrich Hackenberg

Seine Zeit im Volkswagen-Konzern gilt als beendet: Ulrich Hackenberg. – Bild: Audi

Nach dpa-Informationen gehört der Entwicklungschef der Premium-Tochter Audi zur Gruppe derjenigen Manager aus der zweiten Führungsebene, die der Skandal um geschönte Schadstoff-Messwerte den Job kostet. Klein beigeben will er nach Angaben aus Firmenkreisen trotz der Diesel-Krise nicht: Hackenberg wolle sich juristisch gegen eine Suspendierung stemmen.

Mit seinen 65 Jahren gehörte Hackenberg zuletzt nicht mehr zu den jungen Hoffnungsträgern im größten europäischen Autokonzern. Dafür galt er als erfahrener Problemlöser – und hat Weichenstellungen in Technik und Produktion über lange Zeit entscheidend mitgeprägt.

Ab 2007 war Hackenberg Entwicklungschef der Kernmarke VW-Pkw. Er begleitete dort die Weiter- und Neuentwicklung zahlreicher Modelle und verantwortete zudem den “modularen Querbaukasten” (MQB) – eine zentrale Plattform für einheitliche Teile und Verfahren in der Autoherstellung, mit der Volkswagen Milliarden einsparen will. Zuvor hatte der Ingenieur schon bei Audi ein ähnliches Baukasten-System auf den Weg gebracht. Er arbeitete auch bei der Luxustochter Bentley.

2013 schickte das damals noch funktionierende Tandem aus Winterkorn und dem inzwischen ebenfalls abgetretenen Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch den langjährigen Audi-Mann wieder nach Ingolstadt. Hackenberg löste dort den glücklosen Kurzzeit-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer ab, der nach nur wenigen Monaten seinen Posten wieder abgeben musste. Außerdem steuerte Hackenberg von seinem Job bei Audi aus die globale technische Entwicklung der VW-Konzernmarken.

Bei seinen Ingenieuren war der Maschinen- und Fahrzeugbauer gleichermaßen beliebt wie gefürchtet. Bodenständig und technikverliebt, bei öffentlichen Terminen eher zurückhaltend, nach innen aber auch – wenn nötig – knallhart: So wurde er oft beschrieben.

hackenberg-will-juristisch-gegen-suspendierung-vorgehen_141857_2.jpg Alle Artikel zur VW-Dieselaffäre

gp