Audi_China_Voggenreiter

Der Streit mit der Händlerschaft hat den Audi-Absatz in China auf Talfahrt geschickt: Audi-Vertriebschef Voggenreiter muss schlechte Zahlen erklären. Bild: Audi

Seit Audi im Herbst vergangenen Jahres angekündigt hat, mit SAIC ein zweites Joint-Venture aus der Taufe heben zu wollen, hängt der Haussegen in der angestammten Händlerschaft aus dem FAW-Joint-Venture schief.  Dort befürchtet man, dass sich durch das zweite Joint-Venture die Geschäfte deutlich verschlechtern könnten. Vor diesem Hintergrund haben sich zahlreiche offizielle Audi-Händler in den vergangenen Wochen geweigert, importierte Modelle des Herstellers in die Verkaufsräume zu nehmen. Die Quittung hat Audi jetzt auf dem Tisch: im ersten Quartal rauschte der Fahrzeugabsatz in China um 22,1 Prozent auf 108.707 Einheiten in den Keller.

In einem Statement beruhigt die VW-Premiumtochter aber. Die Rede ist dort „von temporären Sondereffekten“, zudem beteuert Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter: „In China sind wir in den vergangenen Wochen mit unseren Partnern einen großen Schritt vorangekommen und wollen uns gemeinsam für die Zukunft noch stärker aufstellen.“  

Das ganz schwache China-Ergebnis hat auch deutliche Spuren im Gesamtergebnis des ersten Quartals hinterlassen: Obwohl es in Westeuropa einen Zuwachs um 2,4 Prozent gab und in den USA um  8,8 Prozent auf 45.647 Einheiten, rutschte der globale Absatz um 7,3 Prozent auf 422.600 Einheiten ab.

Ganz am Rande: im Bemühen den Ball um den Streit mit den Händlern möglichst flach zu halten, umschreibt die  Audi-Presseabteilung den Händler-Streik wörtlich mit der Formulierung: „Während der laufenden Gespräche steuerten die Audi-Händler ihr Geschäft im ersten Quartal zurückhaltend“.