Honda Accord

Ein Nachfolgemodell für seinen Klassiker Accord (im Bild ein US-Modell) wird es in Europa nicht geben. Honda gibt das schrumpfende D-Segment auf. Bild: Honda

Einst stellten klassische Mittelklasse-Limousinen und Kombis vom Schlage eines VW Passat die Basis für die Volumenhersteller im europäischen Autogeschäft. Wenn neue Player in den Markt kamen, dann mussten sie für diese Sparte attraktive Fahrzeuge im Portfolio haben. So war das auch bei Honda. Ab 1977 hatten die Japaner den Accord in Europa im Angebot und das geräumige Mittelklassemodell war maßgeblich beteiligt, dass sich die Japaner schnell einen guten Namen als Autobauer mit qualitativ hochwertigen Autos zu günstigen Preisen machte. Noch Anfang der 2000er Jahre verkaufte Honda rund 45.000 Accord in Europa. Im vergangenen Jahr dürften es nach Berechnung von IHS Automotive kaum mehr als 3.000 gewesen sein.

Mit dem Problem steht Honda nicht alleine da. Das D-Segment in Europa teilen sich die deutschen Premium-Marken unter BMW 3er, Mercedes C-Klasse und Audi A4 auf, für Volumenhersteller ist der Markt “verloren” stellt IHS-Experte Mark Fulthorpe fest. Untermauert wird das durch Zahlen: Kamen die Volumenhersteller mit ihren D-Segment-Modellen in Europa im Jahr 2000 auf 1,85 Millionen verkaufte Einheiten, wurde im Jahr 2008 erstmals die Grenze von einer Million Fahrzeugen unterschritten, 2013 lag die Verkaufszahl gerade noch bei 535.700 Einheiten. Längst haben Crossover Modelle und SUV den klassischen Limousinen und Kombis den Rang abgelaufen.

Die Ankündigung Hondas, den nächsten Accord nicht mehr in Europa anzubieten und stattdessen durch neue Modelle aus dem Bereich SUV/Crossover zu ersetzen, hält IHS Automotive für folgerichtig. Im Zusammenhang mit der Ankündigung jetzt halten es die Marktexperten auch für fraglich, ob Toyota den nächsten Avensis noch in Europa anbieten werde.

Generell sieht IHS für das D-Segment eine Stabilsierung auf dem jetzt erreichten Niveau. Größere Wachstumsschübe seien nicht zu erwarten.

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Frank Volk