Sergio Marchionne ist kein Mann großer Worte. Der eigenwillige Fiat-Chef, dessen Markenzeichen ein blauer Pullover und etwas wirr gekämmtes Haar ist, lässt lieber Taten sprechen. Jetzt macht der Italiener beim Partner Chrysler Druck und forciert laut der „Financial Times Deutschland“ einen Börsengang des amerikanischen Auto-Herstellers.

Wie die „Financial Times Deutschland berichtet“, hat der US-Autobauer Chrysler eine Steigerung seiner Jahresprognose in Aussicht gestellt und will so schnell wie möglich an die Börse. Falls das Geschäft so weiterlaufe wie zuletzt, werde Chrysler seine 2009 gesteckten Ziele für 2010 übertreffen, sagte Konzernchef Sergio Marchionne.

Der Grand Cherokee kommt im Juni auf den Markt Das Management werde die Prognose aber erst am Ende des dritten Quartals auf den Prüfstand stellen. Chrysler wolle unter anderem die Markteinführung des Modells Grand Cherokee abwarten, sagte Marchionne. Der Autobauer verbuchte einen Betriebsgewinn von 197 Mio. $ im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr 2010 hat Chrysler bisher mitgeteilt, auf operativer Basis zumindest an die Gewinnschwelle herankommen zu wollen.

Der Zeitpunkt für einen Börsengang hänge von der Lage an den Aktienmärkten ab, könne aber schneller kommen als von vielen Experten erwartet, sagte Marchionne, der auch Fiat-Chef ist. Der italienische Konzern spaltet derzeit seine Autosparte ab, um dieses mit dem Pkw-Geschäft von Chrysler zu verschmelzen. Mehr zum Thema

Der traditionsreiche US-Autobauer hat die große Krise nur dank Staatsgeldern und dem Einstieg von Fiat  im Juni 2009 überlebt, scheint nun aber wieder auf die Beine zu kommen.

Der Grand Cherokee kommt im Juni auf den Markt und ist das einzige selbst entwickelte Modell, das Chrysler 2010 vorstellen wird. Marchionne sagte, dass der Konzern auch an einem von Fiat designten Kleinwagen arbeite, der voraussichtlich im vierten Quartal 2011 auf den Markt kommen wird